Grafik Veränderung der Skigebiete in den Alpen von 2015-2025 - 71 Skigebiete weniger

2015-2025 – Immer weniger Skigebiete in den Alpen

Analyse zur Entwicklung der Skigebiete im Alpenraum in den letzten 10 Jahren

Seit 2015 erfassen wir regelmäßig die Anzahl der Skigebiete der Alpen mit einer Pistenlänge von mindestens 5 Kilometern mit Hilfe der Daten von skiresort.de. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Anzahl der Skigebiete um 71 verringert, während die Pistenkilometer um mehr als 1000 km zurückgegangen sind. Was sind die Gründe für diesen Rückgang? Sind alle Regionen und Skigebiete gleichermaßen betroffen? Und hat der Wintersport im Alpenraum mittel- und langfristig eine Zukunft? Erfahrt mehr in unserer großen Analyse.

Bild der Landkarte „Skigebiete der Alpen“, Edition 8 mit Zusatz: NEUE EDITION - aktualisierte Daten für 2025
Die erste Landkarte des gesamten Alpenraums mit allen Skigebieten – Skigebiete der Alpen Edition 8 von 2025

Die Alpen sind weiterhin das Ski- und Schneesportzentrum der Welt. In keiner anderen Region finden sich auf so engem Raum so viele Skigebiete, Snowparks und Loipen. Auch die Besuchszahlen in den Skigebieten der Alpen bleiben unerreicht. Zusammen mit den USA gehören Frankreich und Österreich seit langem zu den führenden drei Destinationen für den Skitourismus.

Aber seit 2015 ist die Anzahl der Skigebiete deutlich zurückgegangen. Allein seit 2023 zählen wir 18 Skigebiete weniger. Seit 2015 ist die Zahl um 11,2% zurück gegangen. Weniger dramatisch ist der Rückgang bei der Pistenkilometern mit 5%.

Balkengrafik Anzahl Skigebiete der Alpen von 2015-2025 im 2-Jahres-Rhythmus - von 634 2015 bis 563 2025 - darüber Graph der Pistenkilometer von 26.515 2015 bis 25.178 2025.
Entwicklung der Anzahl der Skigebiete und Gesamt-Pistenkilometer im Alpenraum in 10 Jahren von 2015-2025 (für alle Skigebiete ab 5 km Pistenlänge)

Rückgang trifft vor allem kleine Resorts

Auffällig ist, dass nicht alle Skigebiete gleichermaßen betroffen sind. Wenn wir die Skigebiete nach Größe ordnen und die Zahlen von 2015 mit denen von 2025 vergleichen, wird deutlich, dass die Zahl der Skigebiete mit mehr als 25 Pistenkilometern lediglich um 12 zurückgegangen ist. Bei den Stufen 5-10 und 11-25 Pistenkilometern existieren dagegen heute jeweils rund 30 Skigebiete weniger als noch vor zehn Jahren, was in diesen Stufen einem Rückgang um rund 14 % beziehungsweise 19 % entspricht.

Ein wesentlich Grund sind Zusammenschlüsse einstmals getrennter Resorts, wie etwa die Verbindung rund um die Sellaronda bis Cortina d’Ampezzo. Größere Skigebiete lassen sich wirtschaftlicher betreiben. Der Unterhalt der Infrastruktur ist pro Gast gerechnet günstiger. Durch das breitere Angebot sprechen sie zudem mehr Menschen an und können immer mehr Besuchstage in den Skigebieten der Alpen auf sich konzentrieren. Dies geht häufig zu Lasten der Besuche in kleineren Skigebieten.

Rückgang vor allem bei niedriger gelegenen Skigebieten

Besonders stark betroffen sind außerdem Skigebiete in niederigeren Höhenlagen. Gab es 2015 noch insgesamt 100 Skigebiete mit einer maximalen Höhe von unter 1500 Metern ist diese Zahl inzwischen auf 68 Skigebiete gefallen. In diesen Höhenlagen ist der Rückgang mit 32 % also besonders ausgeprägt. Zwar verzeichnen auch die Resorts in den übrigen Höhenlagen Rückgänge, aber eben längst nicht so stark.

Aufgrund steigender Temperaturen gehen die Schneetage in niedrigen Höhenlagen stark zurück. Skigebiete, die bereits zuvor eher vergleichsweise kurze Saisons aufwiesen, lassen sich so häufig nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Eine Höhe von mindestens 1500 Metern wird heute meist als entscheidende Grenze für die zumindest mittelfristige Zukunftssicherheit der Skigebiete im Alpenraum angesehen. Naturgemäß sind vor allem Gebiete am Alpenrand betroffen. So liegen etwa 16 der erfassten 30 deutschen Skigebiete im Alpenraum unter 1500 Metern Höhe.

Grafik der Skigebiete der Alpen nach Höhenlage angeordnet - Vergleich der Anzahl 2015 und 2025

Die Temperaturen der Alpen werden weiter steigen

Die Temperaturentwicklung in den Alpen folgt einer verzögerten Dynamik. Zwar wirken globale Klimaschutzmaßnahmen langfristig, doch bis mindestens 2050 werden die Temperaturen im Alpenraum in jedem Fall weiter steigen. Das zeigen aktuelle Szenarioanalysen verschiedener Forschungsinstitute. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts könnte sich ein konsequenter Klimaschutz messbar auswirken.

Quelle: Das Alpenbuch (2025), S. 63-64

Eine der sichtbarsten Folgen ist die Veränderung der Schneefallgrenze. Selbst im mittleren Szenario ist davon auszugehen, dass diese weiter in die Höhe steigt – mit deutlichen Auswirkungen auf die Dauer und Verlässlichkeit der Schneedecke. Eine aktuelle Grafik zeigt die Anzahl der Tage mit durchgehender Schneebedeckung für heute sowie für verschiedene Jahre in der Zukunft. Besonders auffällig: In Höhenlagen zwischen 800 und 1800 Metern, in dem ein großer Teil der Skigebiete der Alpen liegt, wird die Zahl der Schneetage drastisch sinken.

Quelle: Das Alpenbuch (2025), S. 65

Immer weniger und teurere Skigebiete

Das bedeutet: Große Skigebiete in höheren Lagen können auch künftig durch künstliche Beschneiung und die entsprechende Infrastruktur überleben. Viele kleinere Gebiete in mittleren Höhen hingegen verlieren ihre wirtschaftliche Basis. Das Sterben der Skigebiete, das seit Jahren zu beobachten ist, wird sich fortsetzen.

Mit jedem geschlossenen Skigebiet wird das Angebot knapper – und damit teurer. Skifahren entwickelt sich zunehmend vom Breitensport zum Luxusgut. Für die Alpenregionen stellt sich damit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Zukunftsfrage: Wie lässt sich Wintertourismus in einer Welt gestalten, in der der Winter immer kürzer wird?

illustriertes rotes Murmeltier auf Abfahrtsski