Bergseen der Alpen

Die größten, tiefsten und höchstgelegenen Bergseen der Alpen

In der wundervollen Alpenlandschaft mit grünen Almen, beeindruckenden Felsformationen und schneebedeckten Berggipfeln, lassen sich die zahlreichen Alpenseen in ihrer ruhig anmutenden, tiefblauen Schönheit nicht aus dem Landschaftsbild wegdenken. Hochgelegene Seen nahe des Gipfels oder niedrig gelegene Seen im Alpenvorland, flache und tiefe Seen, große und kleine Seen, natürlich entstandene oder künstlich angelegte Seen – die schätzungsweiße 3000-4000 Seen des Alpenraums zeichnet eine große Vielfalt aus und um einige von ihnen ranken sich gar ganz besondere Geschichten und Legenden. 

Fast alle Alpenseen eint, dass sie immer einen Besuch wert sind. Einige der größten, schönsten, höchstgelegenen und legendärsten Seen stellen wir Euch im Folgenden vor.

Die größten, tiefsten und hochgelegenen Bergseen der Alpen
Das Entstehen von Bergseen

Die Bildung von Bergseen kann durch ganz verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Erdgeschichtlich gesehen sind Seen jedoch ein relativ kurzlebiges Naturereignis. Die im Alpenland liegenden Seen sind in ihrer Entstehung besonders auf die letzte Eiszeit zurückzuführen. Durch das Abschmelzen von Gletschern und das dabei zurückbleibende Moränenmaterial können sich Mulden in der Erdoberfläche bilden, die sich bei ausreichender Wasserzufuhr füllen und zu Seen werden. Ist nicht genügend Wasser vorhanden, verwandeln sich diese Landschaften in Moore. Aber auch durch Gletschererosionen können sich kesselförmige Vertiefungen, sogenannte Kars, bilden, die sich mit Wasser füllen. Seit Ende der Kleinen Eiszeit ab etwa 1850 entstehen weiterhin auf gleiche Weise neue Seen im Alpenraum. 

Neben Gletschern, kann die Entstehung von Seen zudem durch Bergrutsche, also das Abbrechen von Felsmaterial, ausgelöst werden. Wenn dieses ein fließendes Gewässer blockiert, kommt es zur natürlichen Stauung. Doch nicht nur natürliche Seen lassen sich in den Alpen finden. Auch künstlich angelegte Stauseen wie der Reschensee im Vinschgau kommen vor. Diese entstanden meist im 20. Jahrhundert und dienen vorrangig der Energiegewinnung. 

Die größten, tiefsten und höchstgelegenen Bergseen

Die flächenmäßig größten Seen der Gebirgsregion befinden sich vorwiegend am Rand der Alpen oder dem Alpenvorland. So auch der auf der französisch-schweizerischen Grenze liegende Genfersee, der mit einer Fläche von 580 Quadratkilometern die größte Ausdehnung besitzt. Der Bodensee im Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist mit einer Größe von 536 Quadratkilometern nur unmerklich kleiner.  An den südlichen Ausläufern der Alpen befindet sich mit dem nun deutlich kleineren 370 Quadratkilometer großen Gardasee, der drittgrößte Alpensee im Alpenvorland. 

Die fächenmäßig größten Seen sind jedoch nicht immer zugleich die tiefsten, wenngleich auch der Gardersee hier mit einer Tiefe von 346 Metern abermals an dritter Stelle steht. Noch tiefer sind nur die anderen beiden norditalienischen Seen Lago Maggiore mit 372 Metern Tiefe und der Comer See mit 425 Metern Tiefe. Der Comer See ist ein typisches Beispiel für einen durch Gletscherrückgang entstandenen See. In seiner prägnanten Y-Form lassen sich die Umrisse der damals südlich befindliche Gletscherzunge erkennen. 



Ebenfalls in den italienischen Alpen, in der Region Vinschgau in Mitten der Dreitausender liegt mit dem Matscherjochsee auf einer Höhe von 3188 Metern der vermutlich höchstgelegene Alpensee. 

Der Eibsee unterhalb der Zugspitze auf etwa 970 Metern Höhe gilt als Deutschlands höchstgelegener See. Wunderschön türkisblau und von Wäldern umringt, lässt sich hier am See die Idylle der Alpen genießen. 

Mythen und Sagen rund um die Bergseen der Alpen

Ein ebenfalls besonders schöner und beliebter See ist der Pragser Wildsee in Südtirol. Dieser ist nicht durch das Schmelzen von Gletschern entstanden, sondern durch eine natürliche Stauung, ausgelöst von einer riesige Schlamm- und Gerölllawine. Zur Entstehung des Pragser Wildsee gibt es allerdings noch eine andere Geschichte. Sagen zufolge wurde die Region einst von den Wilden, welche die Gestalt von Bergen hatten, bewohnt. Sie besaßen Kostbarkeiten wie Gold und Edelsteine. Hirten aus dem Tal fingen an, ihre Tiere auf dem Land der Wilden grasen zu lassen, und freundeten sich mit diesen an. Die Wilden schenkten den Hirten von ihrem wertvollen Besitz. Mit der Zeit allerdings wurden die Hirten immer gieriger und begannen, zu stehlen. Um dies zu verhindert, tat sich der See auf und die Wilden versenkten die Kostbarkeiten darin. 

Auch zu vielen anderen Alpenseen gibt es Legenden und mystische Sagen. Der unter Naturschutz stehende Karersee in Südtirol soll seine beeindruckende, blauschimmernde Farbe wie folgt erhalten haben: Ein Hexenmeister verliebte sich in die im See wohnende Wassernixe und versuchte, sie einzufangen. Diese erwiderte nicht seine Liebe und entwischte ihm immer wieder in den Tiefen des Sees. Der Hexenmeister bat eine andere Hexe um Hilfe, die ihm riet, sich als Juwelenhändler zu verkleiden und einen Regenbogen bis zu dem hinter dem See liegenden Latemarmassiv zu zaubern. Dadurch würde er die Nixe anlocken können. Der Hexenmeister setzte diesen Plan in die Tat um, vergass allerdings, sich zu verkleiden, wodurch die Meerjungfrau ihn durchschaute und seither im See verborgen bleibt. Aus Wut warf der Hexenmeister den Regenbogen und die Juwelen auf den Grund des Sees, wodurch er seine prächtigen Regenbogenfarben erhielt.  

Etwas weniger fantastische Mythen ranken sich um den Starnberger See bei München, in dessen Fluten der bayrische König Ludwig der II, der Erbauer Schloss Neuschwansteins, sein Leben ließ. Es bleibt bis heute ungeklärt, unter welchen Umständen der König starb und ob es tatsächlich Selbstmord war. Immer noch wird ihm jährlich an seinem Geburtstag mit einer Totenlampe am Kreuz im Starnberger See gedacht.  

Nur 40 Kilometer weiter südlich in Bayern findet sich der nächste sagenumwobene See, der Walchensee. Dieser soll unterirdisch mit dem Meer verbunden sein. Grund für die Annahme ist das Erdbeben im Jahr 1755, welches in Lissabon wütete und die Stadt größtenteils zerstörte. Zeitgleich kam es seltsamer Weise zu starkem Wellengang auf dem Walchensee, weshalb eine Verbindung beider Ereignisse gefolgert wurde. 

Die Bergseen finden Sie auf unseren Alpenkarten: