Das sind die 13 Nationalparks der Alpen

Die Alpen sind ein einzigartiger Naturraum mit unglaublich vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten. Einige von ihnen kommen ganz spezifisch nur im Alpenraum vor. Um so wichtiger ist es diese besondere Flora und Fauna in Form von Naturschutzgebieten zu schützen. Wir stellen dir hier alle Nationalparks der Alpen vor.

Nationalpark Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige deutsche Nationalpark, der sich in den Alpen befindet. Er liegt in den nördlichen Kalkalpen im Südosten Bayerns, direkt an der Grenze zu Österreich und erstreckt sich über eine Fläche von 210 km2. Seit dem 1. August 1978 ist er offiziell als Nationalpark eingetragen. Zuvor galt ein Großteil der Fläche als Naturschutzgebiet Königsee. Seit 1990 bildet der Park zudem Kern- und Pflegezone des vom UNESCO ausgewiesenen Biosphärenreservats. 

Nationalpark Berchtesgaden

Geografisch gesehen ist der Berchtesgadener Nationalpark ein Hochgebirge. Die höchste Erhebung ist mit 2.731 m der Watzmann. Die Landschaft ist durch viele weitere Berge, wie beispielsweise dem Jenner, Bergseen, Tälern und Wälder geprägt. Eine der kältesten Orte Deutschlands ist der Funtensee. Regelmäßig werden hier die niedrigsten Temperaturen gemessen. Eine geologische Besonderheit ist das Wimbachgries, ein 10 km langes Tal, dass sich zwischen dem Watzmann und Hochkalter erstreckt und nur aus Schuttablagerungen besteht. Entstanden ist es vermutlich durch ein Gewölbeeinsturz zwischen den zwei Bergen.  



Hauptziel des Nationalparks ist der Schutz der Natur, so sind 75% der Fläche, die der Kernzone, sich selbst überlassen und es wird auf menschliche Eingriffe verzichtet. Naturprozesse wie das Altern der Wälder und Erosion können ungestört ablaufen. In der Pflegezone wird traditionelle Nutzung wie Almwirtschaft und Fischerei gefördert. Alle Pflanzen und Tierarten sind streng geschützt. 

Zudem werden natürliche und naturnahe Lebensgemeinschaften erforscht und ein nachhaltiger Umgang mit der Natur soll den Besuchern nahegebracht werden. Der Park bietet seinen jährlich ca. 1,5 Millionen Gästen eine Vielzahl an Wanderwegen, die sich insgesamt über 260 km erstrecken. Darunter befinden sich Klettersteige, Wege für barrierefreie Wanderungen oder aber auch Fahrradwege.  

Was die Flora und Fauna betrifft, sind im Berchtesgadener Nationalpark viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten heimisch. Rehe, Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Schneehasen, aber auch 100 Vogelarten wie der Steinadler, das Alpenschneehuhn oder der Kolkrabe und 16 Amphibien- und Reptilienarten, wie 15 Fischarten können angetroffen werden. Unteranderem zählen hierzu gefährdete Arten wie die Kreuzotter, Ringelnatter und der Feuersalamander. 

In tiefen Lagen wachsen überwiegend Buchen, die je höher man sich bewegt von Nadelbäumen wie Fichte und Lärche abgelöst werden. Oberhalb der Baumgrenze wächst die strauchartige Latsche. Auf den Almen sind Arnika, Silberdistel, Alpenrosen und Kalk-Enzian zu finden. 

Nationalpark Vanoise

Der Nationalpark Vanoise wurde 1963 gegründet und ist somit der erste französische Nationalpark und einer von drei in den französischen Alpen liegenden Parks. Er liegt im Westen der grajischen Alpen in der Region Rhone-Alpes und grenzt an den italienischen Nationalpark Gran Paradiso an. Zwischen den beiden Parks besteht seit 1972 eine Kooperation. 

Nationalpark Vanoise

Der Nationalpark wurde nach dem Vanoise-Massiv benannt. Der höchste Punkt ist mit 3.855 m die Grande Casse. Der Park ist ein sogenannter Zwei-Zonen-Park, bestehend aus einer inneren und einer äußeren Zone. Bei der inneren Kernzone handelt es sich um eine Hochgebirgsregion, die über 40 Dreitausender aufweist und sich über 528 km2 erstreckt. Weidefläche ist in der stark geschützten Kernzone dominierend, doch auch rund 50 km2 Gletscherfläche sind anzutreffen. Umgeben ist die innere Zone von der ca. 1.436 km2 großen äußeren Zone. Diese Region wird stark für den Wintersport genutzt. 



In der Kernzone kann man jedoch auch wandern und Skitouren machen, allerdings gibt es hier strengere Reglementierungen, da der Erhalt und Schutz der Natur besonders im Vordergrund stehen. Beispielsweise ist hier das Radfahren, Gleitschirmfliegen oder Mitführen von Hunden verboten.

Im Nationalpark gibt es ca. 500 km markierte Wanderwege. Einer der bekanntesten Rundwanderwege ist die “Tour des Glaciers”, welche durch die Haute Maurienne und Haute Tarentaise führt. Zudem führen drei europäische Fernwanderwege durch den Park. 

La Grande Casse
La Grande Casse

Der Nationalpark wurde u.a. gegründet, um ein Aussterben des Alpensteinbocks zu verhindern. Mittlerweile leben ca. 2.500 Tiere in der Kernzone. Zudem sind Gämsen, europäische Mufflons, Murmeltiere, Steinadler, Wölfe, Hermeline, Bartgeier und viele weitere Tiere im Park zuhause. 

Alpensteinbock
Alpensteinbock

In der Gletscher-, Fels- und Almenlandschaft ist die Alpenflora mitunter durch Mannschildarten, Alpen-Akeleien, Seggen und Steinbrechgewächse geprägt. Pflanzen wie das Moosglöckchen und der Schlauch-Enzian, wachsen an keinem anderen Ort in Frankreich. 

Zudem stehen im Park einige Kirchen und Gebirgskapellen, welche in traditioneller Bautechnik gebaut wurden und zu architektonischen Kulturgütern gezählt werden. Auch die traditionelle Weidewirtschaft und die Herstellung des regionalen Beaufort-Käses wird im Nationalpark gefördert.

Nationalpark Écrins

Der Nationalpark Écrins liegt im südlichen Teil der französischen Alpen, den sogenannten Dauphiné-Alpen im Départements Hautes-Alpes und Isère. Er wurde 1973 gegründet und hat eine Gesamtgröße von 1.786 km2. Es handelt sich wie beim Nationalpark Vanoise um einen Zwei-Zonen-Park. Die Kernzone umfasst eine Fläche von rund 918 km2. Das Höhenprofil des Parks reicht von 800 m bis zum höchsten Punkt von 4.102 m, der Barre des Écrins im Pelvoux-Massiv. 

Nationalpark Écrins

Die Landschaft des Höhengebirges, in dem über 150 der Berge über 3.000 m hoch sind, ist zudem geprägt durch Gletscher, Wasserfälle, Seen und Almen. Der Park weist sieben sehr unterschiedliche Täler auf, in denen sich jeweils ein Nationalpark-Haus befindet und kann von Besuchern zum Wandern, Klettern und Ski Fahren genutzt werden. Innerhalb der Kernzone erstrecken sich knapp 700 km an reinen Wanderwegen. In der äußeren Zone sind die Wege dann auch für Mountainbiker und Reiter zugänglich. Die Wanderrouten bieten Optionen für kurze Tagesausflüge sowie für mehrtägige Touren.



Auch in diesem Nationalpark sind viele seltene Tierarten wie Luchse, Wölfe und Steinböcke heimisch. Des Weiteren kann man Steinadler, Lämmer-, Gänse- oder Mönchsgeier sichten. 

Die dominierende Baumart, vor allem im östlichen Teil, ist die Lärche. Oberhalb der Baumgrenze wächst Zwergwacholder. Insgesamt gedeihen im Park über 1.800 Pflanzenarten.

Nationalpark Mercantour

Der Nationalpark Mercantour liegt im Südosten Frankreichs in den Seealpen in dem Départements Alpes-Maritimes und Alpes-de-Haute-Provence und grenzt an Italien. Er wurde 1979 ebenfalls als Zwei-Zonen-Park gegründet. Bis 1947 gehörten Teile des heutigen Parks dem italienischen König und dienten ihm als Jagdrevier.

Nationalpark Mercantour

Die höchste Erhebung ist mit 3.141 m die Cime du Gélas. Weitere sechs Berge zählen zu den Dreitausendern. Insgesamt umfasst der Nationalpark Mercantour 2.150 km2, wovon 685 km2 zur unbewohnten, geschützten inneren Kernzone zählen. 

Neben Bergen ist die Landschaft durch Seen, Wiesen und Wälder geprägt. Das nahgelegene Mittelmeer hat starken Einfluss auf das Klima im Nationalpark. Nicht nur ist es in dem Teil der Alpen wärmer, sondern auch kann das Wetter hier extrem schnell wechseln. 



Im Park befindet sich der Mont Bégo und die beiden Täler Vallée de Merveilles und Vallée de Fontanalbe, in denen über 35.000 Felsritzungen aus der Bronzezeit zu entdecken sind. 

1.700 km Wanderwege ziehen sich durch den Nationalpark. Nicht nur Wanderer finden hier Spaß, auch Kanufahren, Mountainbiken, Rafting und Skilanglauf wird angeboten.

Vallée de Merveilles
Junger Alpensteinbock im Vallée de Merveilles

Knapp 50 bedrohte Tierarten sind im Mercantour zu finden, u.a. Steinböcke, Steinadler, Mufflons, Wildkatzen, Wölfe, Auerhähne und Bartgeier.  

Auf Grund des maritimen Klimas sind sämtliche Vegationsstufen und somit über 6.000 alpine wie mediterrane Pflanzenarten vertreten, von denen es 40 nur im Mercantour gibt. Unter anderem wachsen hier Orchideen, Enzian, Edelweiß oder eine seltene Steinbrech Art, die nur alle 30 Jahre blüht.

Nationalpark Stilfser Joch 

Der Nationalpark Stilfser Joch wurde 1935 gegründet und befindet sich im Norden Italiens. Er erstreckt sich über Südtirol, Trentino sowie die Lombardei und umfasst Teile der Ortler-Alpen und der Livigno-Alpen. Im Norden grenzt der Park direkt an den Schweizerischen Nationalpark. Mit einer Größe von knapp 1.350 km2 ist er eines der größten Schutzgebiete Europas und das zweitgrößte der Alpen. Zahlreiche Bergspitze im Park, wie der Monte Cevedale oder die Königspitze ragen aber über die Dreitausendermarke. Höchste Erhebung ist mit 3.905 m ü. NN der Ortler.



Das Stilfser Joch verbindet Südtirol mit der Lombardei und ist mit rund 2.760 m der zweithöchste Alpenpass. Das Hochgebirge im Park ist durch viele Bergseen, Hochtäler und Talschlüsse geprägt. Zudem zieren etliche Gletscher wie im Suldental und Wasserfälle, z.B. rund um Trafoi, die Landschaft. 

Stilfser Joch
Stilfser Joch

Trotz Schutzgebiet und nachhaltigem, umweltbewusstem Umgang, wird die Landschaft von Menschen wirtschaftlich in Form von beispielsweise Bergbauernhöfen oder Skigebieten genutzt. Viele Wanderwege erstrecken sich durch den Park und das Stilfser Joch bietet eine beliebte Strecke für Radsportler. 

Die Vegetation reicht von Auenwäldern, über Fichten- und Lärchenwäldern bis hin zu Almen und Felslandschaften. In den Ortler-Alpen kommen besonders metamorphe Gesteine wie Glimmerschiefer, Quarzphyllite oder Marmore vor. 

Murmeltiere, Alpensteinböcke, Gämsen, Hermeline, Steinadler, Bartgeier und viele weitere Lebewesen fühlen sich hier heimisch.

Nationalpark Belluneser Dolomiten 

Der Nationalpark Belluneser Dolomiten liegt im südlichen Teil der Kalkalpen im Nordosten Italiens in der Provinz Belluno. Er wurde 1988 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von rund 315 km2. Seit 2009 ist der Park Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Die Gebirgsketten Alpi Feltrine und Monti del Sole bilden mit einer Höhe bis zu 2.565 m die höchste Erhebungen innerhalb des Parks. 

Nationalpark Belluneser Dolomiten

Die Landschaft im Nationalpark ist besonders grün und wasserreich. Es gibt sanfte Hochebenen und grasbewachsene Gipfel sowie Quellen, Sümpfe und Wasserläufe. Im Tal Valle de Mis sind die Wasserfälle Sofia und Cadini del Brenton zu finden. Zudem befinden sich im Park zwei künstlich angelegte Stauseen, der Lago della Stua und der Lago di Mis. 

Als Sehenswürdigkeiten kann das aus dem 15. Jahrhundert stammende Kloster Certosa di Vedana oder die Bergwerke im Valle Imperina besucht werden. 

Certosa di Verdana
Nationalpark Belluneser Dolomiten
Certosa di Verdana

Wanderfreunde finden unzählige Wanderwege für gemütlliche Tagesausflüge oder aber auch mehrtägige Trails zu den Berggipfeln. Der am Rande des Nationalparks gelegene Ort Feltre eignet sich für Wintersportler. 

Eine bunte Pflanzenwelt ist in den Belluneser Dolomiten zu finden. Neben den Laub- und Nadelwäldern wachsen dort Rhododendren, Disteln, Edelweiß und die Dolomiten-Glockenblume. 

Val di Zoldo
Nationalpark Belluneser Dolomiten
Val di Zoldo

Ähnlich viele Tierarten sind in den Belluneser Dolomiten angesiedelt. Dazu zählen Murmeltiere, Mufflons, Hermeline, Gämsen, Rehe, Hirsche, Turmfalken, Steinadler, Zwerg-Eulen, Uhus und Bergfasane. Insgesamt gibt es 114 Vogelarten, 20 Amphibienarten und Reptilien, fast 100 Schmetterlingsarten und etwa 50 verschiedene Käfer.

Nationalpark Val Grande

Der Nationalpark Val Grande befindet sich in den norditalienischen Alpen in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola nahe der Schweizer Grenze und umfasst eine Fläche von 146 km2. Der Park besteht aus sieben Seitentälern die im 25 km langen Tal Val Grande münden, welches im Westen des Parks liegt. Durch das Val Grande Tal fließt der Fluss Torrente San Bernadino, der südlich des Nationalparks in den Lago Maggiore mündet.

Nationalpark Val Grande

Das Gebiet wurde 1991 zum Nationalpark ernannt. Es ist sehr ursprünglich und von Wildnis geprägt. Das Tal war nie ganzjährig bewohnt und in der ersten Hälfte des 20. Jhd. lebte man von Holz- und Almwirtschaft. Der zweite Weltkrieg führten zum Verlassen vieler Almen. Eben durch diese vielen verlassenen Weiden und die Abholzung verwilderte das Gebiet.

Dichte undurchdringliche Wälder prägen das heutige Landschaftsbild. Das Val Grande ist das größte Wildnisschutzgebiet der Alpen und eine der größten der Natur überlassenen Regionen Europas. Überreste lassen auf die einstige Almwirtschaft hindeuten. Frei zugängliche Steinhäuser stehen durch den Park verstreut. Auch gibt es kaum ausgebaute Straßen, lediglich Wanderwege.

Höchste Erhebung ist der am Rande des Parks liegende 2.301 m hohe Monte Togano. Der in der Mitte des Tals liegende Pizzo Mottac bietet Wanderern einen atemberaubenden Blick über das gesamte Tal. Der im Süden des Tals sich befindende ca. 2.100 m hohe Pizzo Proman ist anspruchsvoll zu wandern und muss teils geklettert werden, bietet als Belohnung dann aber einen wunderschönen Ausblick über den Lago Maggiore. Generell gilt, wer hier im Park wandern geht, sollte Erfahrung mitbringen oder eine begleitete Tour machen. Zudem kann nicht im ganzen Gebiet gewandert werden. Die wilden Schluchten beispielsweise sind nicht mit Wanderwegen ausgestattet und ein Durchqueren ist verboten.


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Im unteren Teil des Tals befinden sich vor allem Laubwälder und Kastanienbäume, im oberen Teil Buchenwälder wie auch Fichten. Oberhalb der Baumgrenze sind Strauchlandschaften zu finden. Auch Alpen-Akeleien und alpine Tulpen wachsen in der Region. 

Tiere wie Goldadler, Gämsen, Hirsche, Rehe, Füchse, Marder und Siebenschläfer können im Val Grande angetroffen werden

Nationalpark Gran Paradiso

Der Nationalpark Gran Paradiso befindet sich in den Grajischen Alpen im Nordwesten Italiens in den Regionen Aostatal und Piemont und hat eine Größe von 703 km2. Westlich grenzt der Park an den französischen Nationalpark Vanoise an. Gran Paradiso wurde 1922 als erster italienischer Nationalpark gegründet, um den vor dem aussterben bedrohten Alpensteinbock zu schützen. 

Nationalpark Gran Paradiso

Die Höhenlage reicht von 800 m bis zu 4.061 m. Höchster Punkt ist der Berg Gran Paradiso, der gleichzeitig Namensgeber des Parks ist. 724 km an Markierten Wegen schlängeln sich durch den Park. Diese können für Wander- als auch Reittouren genutzt werden. Und auch Skitouren lassen sich im Gran Paradiso unternehmen. 



Innerhalb des Parks liegen insgesamt 57 Gletscher. Die Berge und Täler wurden von Gletschern und Wildbächen eingeschnitten und geformt. Die alpine Landschaft ist zudem durch Weiden, Almen, Seen, Bäche, Felsen und einige Wälder geprägt. Die dominierenden Baumarten sind Lärchen, Fichten, Zirben und Weiß-Kiefern. Die Weiden sind besonders im Frühjahr von Blumen übersät. Bis zu 1.000 verschiedene Pflanzenarten stehen dann in Blüte. Zu einer der seltenen Blumen des Parks zählt z.B. das Pennsylvanische Fingerkraut, welches auf den trockenen Weiden in über 1.300 m Höhe blüht. 

Mittlerweile leben wieder ca. 4.000 Steinböcke in der Region. Auch Gämsen, Murmeltiere, einige Luchse, Steinadler und Bartgeier gehören hier zur der alpinen Fauna.

Nationalpark Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern wurde 1981 als erster Nationalpark Österreichs gegründet. Er liegt in der Hochgebirgsregion der Zentralalpen und erstreckt sich über die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol.

Nationalpark Hohe Tauern

Mit einer Größe von 1.856 km2 zählt er nicht nur zu dem größten Nationalpark Österreichs und der Alpen, sondern auch zu einen der größten Schutzgebiete Europas. Der Park ist in eine vorrangig naturgeschütze Kernzone und eine Außenzone unterteilt. Über 300 Dreitausender Berge befinden sich in der Kernzone, u.a. der mit 3.798 m höchste Berg, der Großglockner. 

Großglockner
Großglockner

Die alpine Landschaft wird zudem durch weite Gletscherfelder, die aus knapp 350 Gletschern bestehen, Täler, Wälder, Almen, Zwergstrauchheiden, Bäche, Wasserfälle und etliche Bergseen geprägt. Besonders beeindruckend sind die 385 m hohen Krimmler Wasserfälle. Ein weiteres Naturschauspiel ist die Gamsgrube, eine Steppe aus Flugsand von den umliegenden Gipfeln. Solch eine Bodenbildung kommt normalerweise nicht außerhalb arktischer Kreise vor. Innerhalb des Parks entsteht eine Symbiose zwischen Naturschutz und menschlicher Einwirkung, beziehungsweise Nutzung. Über 100 landwirtschaftliche Betriebe sind im Hohe Tauern Park angesiedelt. Die Großglockner-Hochalpenstraße durchquert das Gebiet und gehört zu einer der meistgenutzten Übergänge. 



Auch für Wintersportler gibt es eine Auswahl an Skigebieten. Mit insgesamt 185 Pistenkilometern gehört das Skigebiet Kitzbühel / Kirchberg zu einem der größten und am Mölltaler Gletscher kann man bis auf eine Höhe von 3.122 m fahren. Auch werden Schneeschuhtouren, und Naturführungen angeboten. Im Sommer kann wunderbar gewandert oder Fahrradgefahren werden. 

Nationalpark Hohe Tauern
Mölltaler Gletscher
Mölltaler Gletscher

Durch die Höhenunterschieden im Gebiet des Nationalparks ist die Flora und Fauna sehr vielfältig. Ein Großteil der Alpenflora und -fauna ist vertreten. Lärchen, Zirpen, Alpen-Leinkraut, Gletscher-Fingerkraut und Alpenrosen können entdeckt werden. Rund 10.000 Tierarten sind in der Landschaft heimisch. Dazu zählen Gämsen, Steinböcke, Gänsegegeier, Bartgeier, Steinadler, Murmeltiere und Rothirsche. 

Nationalpark Gesäuse

Der Nationalpark Gesäuse wurde 2002 gegründet und liegt in den nordöstlichen Kalkalpen im österreichischen Bundesland Steiermark. Er misst 110 km2. 

Nationalpark Gesäuse

Charakteristisch für den Park sind die bis zu 900 m steilen Steinschluchten der Gesäuseberge, durch dessen schluchtartige Talstrecke die wilden Flüsse Enns und Salza fließen. Ihrem lauten Tosen verdankt der Park seinen Namen.

 Die beiden Gebirgsstöcke Buchsteingruppe und Reichensteingruppe, die das Tal rahmen, ragen mit bis zu über 2.300 m hohen Kalkgipfeln empor. Höchste Erhebung im Nationalpark ist mit 2.370 m das Hochtor. 

Die Region wird streng geschützt und weitgehend unberührt gelassen, so zählt sie als UNESCO Geopark. Gegliedert ist der Park hier in eine Naturzone und eine Bewahrungszone. In der Bewahrungszone ist eingeschränkte Nutzung wie Almwirtschaft erlaubt. 

Über 500 km Wanderwege ziehen sich durch den Park, von einfachen Wanderungen bis zu schwierigen Klettertouren ist hier alles zu finden. Zu den schwierigsten Routen gehört mitunter das Erklimmen des Kleinen Buchsteins oder der Tieflimauer. Der Tamischbachturm ist ein leichterer Zweitausender, da er kletterfrei ist. In Mitten des Geländes findet man neben einem Nationalparkpavillion auch den Weidendom, ein architektonisches Bauwerk aus Weiden, der ein Forschungszentrum beherbergt. Weitere Angebote sind Schneeschuhwanderungen, Spurensuche, Biwakbau oder Sternbeobachtung. 


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Die Hälfte der Nationalparkfläche ist neben Felsen mit Wald bedeckt. Auenwälder, Ahorn-Eschewälder, Schneeheiden, Kiefern, Fichten, Buchen und oberhalb der Waldgrenze Latschen wachsen rund um die Gesäuseberge. Auf Grund des steilen Gefälles trifft man eine hohe Artenvielfalt auf engstem Raum an. Lebewesen müssen sich jedoch den extremen Steillagen und windigen Verhältnissen gut anpassen können. Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Steinadler, Alpenschneehühner Fischotter und Kreuzotter sind hier beispielsweise zuhause.

Nationalpark Kalkalpen

Der Nationalpark Kalkalpen liegt in Österreich und wurde 1997 gegründet. Er erstreckt sich über das Sengsengebirge und das Reichramiger Hintergebirge in den Oberösterreichischen Voralpen.

Nationalpark Kalkalpen

Mit einer Fläche von 209 km2 schützt er das größte zusammenhängende Waldgebiet Österreichs und gehört seit 2017 zum UNESCO Weltnaturerbe. Niedrigster Punkt im Park liegt bei einer Seehöhe von 385 m. Höchster Gipfel ist das Hohe Nock mit 1.963 m. 

Die Landschaft wird durch einen Mischwald aus Fichten, Tannen und Buchen geprägt. Die Wälder sind besonders naturnah und es können zum Teil Urwaldreste entdeckt werden. In der Bewahrungszone gibt es einige wenige bewirtschaftete Almen. 

Das Gebirge weist viele Höhlen auf. Bisher wurden über 70 Stück entdeckt. Eine der größten Höhlen ist die Klarahöhle. In der Tropfsteinhöhle wurde seid ihrer Entdeckung 1999 ein 24 km langes Gängesystem erforscht. Die Höhle ist nicht freizugänglich und soll in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. 

Für Besucher ist der Park gut mit Wanderwegen ausgestattet. Es gibt Themenwege für Familien und über 500 km Fahrrad- und Mountainbikewege. Im Winter können Schneeschuhwanderungen unternommen werden. 

Nationalpark Kalkalpen
Luchs

Viele Tier- und Pflanzenarten leben in den großen Waldbeständen. 50 verschiedene Säugetierarten, 80 Vogelarten und über 1.500 Schmetterlingarten wie 1.000 Blütenpflanzen, Moose und Farne können angetroffen werden. Steinadler, Fischotter, Wanderfalken, Siebenschläfer und vereinzelt Luchse wurden nachgewiesen. 

Schweizerische Nationalpark 

Der Schweizer Nationalpark liegt im Osten der Schweiz im Kanton Graubünden und teilt eine Grenze mit dem italienischen Nationalpark Stilfser Joch. Er ist der einzige Nationalpark in der Schweiz und mit einer Gründung im Jahr 1914 der älteste in den Alpen. Das 170 km2 große Wildnisgebiet ist seit 1979 ein UNESCO-Biosphärenreservat und das größte Naturschutzgebiet der Schweiz. Das Piz Pisoc bildet mit 3.174 m den höchsten Punkt. 

Schweizerische Nationalpark

Die alpine Landschaft wird zu ca. 30% von Wald bedeckt und zu 20% von Alpen und Wiesen. Bei der Restfläche handelt es sich um Felsen, Geröll, Schnee und Wasser. In der alpinen Stufe zwischen 2.100 m und 2.500 m dominieren alpine Bergwiesen. Zudem befinden sich die größten zusammenhängenden Bergföhrwälder der Alpen innerhalb der Parkgrenzen. Arven, Lärchen, Fichten und alpine Blumen wie Silberwurz, Alpen-Aster oder Edelweiss gedeihen ebenfalls in der Region. 

Große Teile des Parks befinden sich auf Kalkboden und um das Piz dal Diavel wurden Fossileüberreste von Korallen und Dinosaurier gefunden. Die freie Entwicklung der Natur ohne menschlichen Eingriff steht im Schweizer Nationalpark seit über 100 Jahren im Vordergrund. Die Region ist überwiegend nur zu Fuss begehbar. Ein 80 km langes Wanderwegsystem mit 21 verschiedenen Routen zieht sich durch den Park. Es ist strengstens verboten die markierten Wege zu verlassen. 20 Täler sind für Menschen komplett gesperrt. Beim Wandern ist zu beachten, dass es durch die Lage zu sehr plötzlichen Wetterumschwüngen und Temperaturstürzen kommen kann. Fahrradfahren ist in dem Gelände nicht gestattet.

Die viele tausend im Park lebende Tierarten wie Steinwild, Rotwild, Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Hermeline, Steinadler und der ein oder andere Bartgeier können besonders gut beobachtet werden. Auch der Braunbär und einige wenige Wölfe und Luchse sind im Park beherbergt. 

Nationalpark Triglav

Der Nationalpark Triglav befindet sich in den Julischen Alpen überwiegend in den Regionen Bovec und Bohinj im Nordwesten Sloweniens, an der Grenze zu Italien und Österreich.

Nationalpark Triglav

In seiner heutigen Form besteht der Nationalpark seit 1981, zuvor wurde das Gelände seit 1924 als Alpiner Schutzpark ausgezeichnet. Insgesamt umfasst er eine Fläche von 840 km2. Niedrigster Punkt und gleichzeitig südlichster Zugangspunkt zum Park ist mit einer Höhe von nur 180 m die Tolmin-Klamm, eine Schlucht durch die der Tolminka Fluss fließt. Der Höchste Punkt sowohl im Park als auch in Slowenien ist mit einer Höhe von 2.864 m der Berg Triglav.



Neben furchigem Gebirge und der höchsten Nordwand der Ostalpen wird die Landschaft durch Wälder, Wasserläufe und Gletscherseen dominiert. Der knapp 140 km lange, smaragdgrüne Fluß Soča verläuft quer zwischen dem Gebirge bis zum Mittelmeer. Er bietet nicht nur Zuhause für die parktypische Marmorforelle, sondern ist auch sehr beliebt bei Wildwassersportlern.

Nationalpark Triglav
Soča
Soča

Für Wanderer gibt es rund 9.000 km Wanderwege und auch 20 verschieden Kletterrouten. 35 bewirtschaftete Hütten sind entlang der Wege zu finden. Vom Triglav aus bietet sich einem ein atemberaubender Blick über die slowenische Landschaft.Der Berg kann über mehrere Routen wie z.B. die Sphinx-Passage (Sfinga) erklommen werden.

Die Region ist überwiegend mit Buchen, Fichten und Lärchen bewaldet. Ab einer Höhe von 2.000 m wachsen Latschen, Heidekräuter und Alpenrosen. Weitere endemische, d.h. regionsbegrenzt vorkommende Pflanzen sind Triglav-Pippau, Julischer Alpen-Mohn und die Zois-Glockenblume. Das alpine Tiervorkommen umfasst Steinadler, Gänsegeier, Gämsen, Alpensteinböcke, Murmeltiere, Füchse, Dachse, Luchse und Braunbären. 


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