Der Schneehase

– Überlebender der Eiszeit –

Der Schneehase verdankt seinen Namen seinem im Winter schneeweißen Fell. Dieser kleinere alpine Bewohner, ist für die Witterungsbedingungen und den Lebensraum in den Bergen perfekt angepasst. In den Alpen als bedrohte Tierart geltend, können die wenigen Schneehasen dort vor allem in Höhen zwischen 1.400 Metern bis zu 3.800 Metern angetroffen werden. Im Sommer ähneln Schneehasen mit ihrem braunen Fellkleid gar dem Feldhasen. Wodurch sich die unterschiedlichen Hasenarten unterscheiden, an welchen Orten der Schneehase bevorzugt lebt, und warum die Population in den Alpen zurückgeht, erzählen wir dir in diesem Artikel.

Wo kommt der Schneehase vor?

Der Schneehase, lateinisch Lepus timidus, gehört zur Familie der Hasen. Die Alpen-Schneehasen bilden eine Unterart. Verwandte der Alpen-Schneehasen finden sich auch in anderen Höhenlagen und tundraähnlichen Landschaften, so etwa in Skandinavien, Schottland, Irland, in Osteuropa, in Sibirien oder der Mongolei. Enge Verwandte sind die in Grönland und Kanada lebenden Polarhasen und die Alaskahasen. 

Die Anpassungsfähigkeit des Schneehasen

Schneehasen gibt es bereits seit der Eiszeit. Je nach Region ist ihr Fell in den Sommermonaten, wo sie meist auf Wiesen und Weiden leben, braun bis grau und wechselt zum Winter, in den Alpen etwa ab November, zu einer weißen Farbe, wodurch sie im Schnee unentdeckt bleiben. Das Fell der verwandten Nordischen Schneehasen bleibt zur Tarnung hingegen ganzjährig weiß. 

Die Anpassungsfähigkeit der Schneehasen zeigt sich jedoch nicht nur in ihrer Fellfarbe. Ihre Ohren sind im Vergleich zum Feldhasen auffällig kurz. Grund dafür ist, dass Schneehasen ihren Blutkreislauf über die Ohren regeln. Je kürzer die Ohren sind, desto geringer ist also der Wärmeverlust. Deshalb sind die Ohren bei Schneehasen in besonders kalten Lebensräumen umso kürzer. Um die Wärme zu speichern, sind sie im Vergleich zum Feldhasen rundlicher und ihr Fell ist dichter. Besonders die Hinterpfoten sind stark behaart, womit eine größere Auflagefläche entsteht und die Schneedecke ähnlich wie mit Schneeschuhen einfacher und ohne tiefes Einsinken überquert werden kann. Die Körpergröße ist mit circa 40-60 Zentimetern nur minimal kleiner als die der Feldhasen. Das Körpergewicht liegt bei durchschnittlich 3 Kilogramm.  Vereinzelt wurden auch schon besonders große Exemplare mit einem Gewicht von über 5 Kilogramm angetroffen.

Schneehasen sind nicht besonders scheu und gesellig und leben oftmals in größeren Gruppen von teilweise mehr als 20 Tieren mit ihren Artgenossen zusammen. 


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Der Lebensraum und die Fortpflanzung 

Tagsüber verbringen die Schneehasen die meiste Zeit in Schneegruben oder im Erdboden. Erst nachts werden sie aktiv. Ihren Lebensraum bilden vor allem Wälder, Wiesen und Moore. Im Sommer ernähren sie sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern und Beeren, im Winter von Zweigen, Rinden, Moos und Hölzern.

Ein Schneehase kann ein Alter von etwa acht Jahren erreichen. Jedes Jahr wirft das Weibchen zwei bis drei Mal zwischen März und September. Pro Wurf bringt es zwei bis fünf Junge zur Welt, die es an unterschiedlichen Orten vor Raubtieren versteckt und lediglich nachts säugt. Die Jungtiere sind von Klein auf stark behaart und werden verhältnismäßig schnell selbstständig. Nach neun Tagen können sie bereits pflanzliche Nahrung fressen und nach vier Wochen sind sie vollständig entwöhnt.


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Feinde und Bedrohungen des Schneehasen

Wenn ein Schneehase trotz seiner Tarnung von Raubtieren wie dem Adler, dem Fuchs oder dem Luchs entdeckt wird, kann er mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer vor seinen natürlichen Feinden hakenschlagend entfliehen. 

Außer den Fressfeinden zählen im Allgemeinen natürliche Ursachen wie Nahrungsmangel oder Parasiten zu den größten Bedrohungen des Schneehasen. Auch wenn die Population mancherorts stark schwankt,  bleibt sie insgesamt an den meisten Orten stabil, sodass der Schneehase nicht zu den bedrohten Tierarten zählt. Eine Ausnahme bildet jedoch die Alpenregion. Besonders durch den Klimawandel verändert sich sein Lebensraum. Der Feldhase kann sich in immer höheren Lagen ansiedeln und verdrängt so den Schneehasen. Aber auch Jagd und Bergtourismus, lassen die Schneehasen Population zurückgehen und zu einer gefährdeten Art werden. In Deutschland ist es Jägern daher nicht mehr erlaubt, Schneehasen zu schießen.


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