Die 9 höchsten Alpenberge

Etliche Gebirgsmassive und Viertausender prägen das imposante Panorama der Alpen. Doch welche der vielen bekannten Berge sind eigentlich die höchsten? Wir stellen euch hier die neun höchsten Erhebungen des Alpenraums vor. 

9. Grand Combin – Schweiz (4.314 Meter)

Das Bergmassiv Grand Combin bildet mit seinem höchsten Gipfel, dem 4.314 Meter hohen Combin de Grafeneire, die neunthöchste Erhebung der Alpen. Das stark vergletscherte Massiv befindet sich in den Walliser Alpen, nahe der italienischen Grenze und besteht aus noch zwei weiteren Hauptgipfeln, dem Combin de Valsorey (4.183 Meter) und dem Combin de la Tsessette (4.134 Meter).

Grand Combin

Der Grand Combin ist ein wuchtiges, breites Massiv, geprägt von dicken Gletschern und Eisschichten. Besonders bekannt ist die Ansicht von dem Ort Verbier aus. Das Massiv umfasst ebenfalls Berge wie den Petit Combin und den Combin de Corbassière. Östlich des Grand Combin, unterhalb der beeindruckenden 1.200 Meter steilen Ostwand des Combin de la Tsessette, befindet sich in einem tiefen Tal der Stausee Lac de Mauvoisin, dessen Zuflüsse den Berggletschern entspringen. Erstmalig bestiegen wurde der Combine de Grafeneire 1859. Der Normalweg auf den Gipfel führt heute über die Westflanke. Außerdem wird das Massiv auch häufig auf Ski oder zu Fuß als Teil der hochalpinen Haute Route von Chamonix nach Zermatt überquert. 


Grand Combin
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8. Dent Blanche – Schweiz (4.356 Meter)

Als achthöchster eigenständiger Berg der Alpen erhebt sich die 4.356 Meter hohe Dent Blanche circa zehn Kilometer westlich von Zermatt in den Walliser Alpen. Nördlich schließt sie das Val de Zinal ab und westlich liegt das Val d’Hérens. Der Gipfel bildet gleichzeitig die Grenze zwischen dem französischen und deutschen Sprachraum.

Dent Blanche

Die Dent Blanche ist mit ihrer freistehenden Pyramidenform eine markante Erscheinung. Die vier scharfen Felsgrate laufen entlang der vier Himmelsrichtungen. Die Nordostflanke des Berges ist beinahe komplett vergletschert. Deshalb fand die Erstbesteigung 1862 über den flacheren und einfacheren Südgrat statt, welcher bis heute als Normalweg gilt. Dass die Dent Blanche, trotz ihres relativ schneefreien, felsigen Gipfels als „weißer Zahn“ bezeichnet wird, ist vermutlich auf eine Verwechslung bei einer Kartenabschrift zurückzuführen. Denn der Name war wohl einst, der oftmals hinter der Dent Blanche versteckten, Dent d’Hérens zugeordnet, deren Gipfel weitaus schneebedeckter ist. 



7. Mont Maudit – Frankreich (4.465 Meter)

In den französischen Westalpen gelegen, reiht sich der 4.465 Meter hohe Mont Maudit als Teil der Mont-Blanc-Gruppe in die Riege der imposanten Viertausender ein. Der siebthöchste Berg der Alpen liegt direkt zwischen dem Mont Blanc und dem Mont Blanc du Tacul. Der Aufstieg auf den Gipfel ist schwierig und anspruchsvoll, weshalb der Mont Maudit, vermutlich seinen Namen “Verdammter Berg” erhielt.

Es gibt zwei beliebte Aufstiegsrouten auf den Gipfel. Die Erstbesteigung fand 1878 durch zwei Engländer von französischer Seite statt. Der Mont Maudit lässt sich hier über den Nordwestgrat über das Col du Midi besteigen. Eine ähnliche Route wird auch zum Aufstieg auf den Mont Blanc genutzt, weshalb der Mont Maudit häufig nicht eigenständig erklommen wird. Die Aufstiegsroute von Italien startet am Rifugio Torino, zunächst Richtung Mont Blanc du Tacul, über den Kuffnergrat zum Gipfel mit Abstieg zum Refuge des Cosmiques. Besonders bekannt ist sie für den steilen von Schnee und Eis bedeckten Kuffnergrat, der auch als einer der schönsten der Alpen bezeichnet wird. Die Route bietet hohe Fels- und Kletterschwierigkeiten. 


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6. Matterhorn – Schweiz (4.478 Meter)

Einer der wohl ikonischsten Berge weltweit ist das 4.478 Meter hohe Matterhorn. Der markante, spitze Dreiecksgipfel gilt als Hausberg Zermatts und ist der sechsthöchste Gipfel der Alpen. Die Südseite des Berges liegt bereits auf italienischem Boden.

Matterhorn

Nicht nur durch seine Formschönheit erlangte er solch eine Berühmtheit. Im Alpinismus ist er auch durch seine spektakuläre Besteigungsgeschichte bekannt. Nach etlichen Besteigungversuchen kam es 1865 zu einem Wettkampf zwischen dem Briten Edward Whymper und dem Italiener Antoine Carrel. Die einst befreundeten Bergsteiger wollten sich beide die Erstbesteigung zuschreiben. Whymper gelang es mit seiner Expedition von Schweizer Seite aus den Gipfel knapp zuerst zu erreichen. Beim Abstieg stürzte jedoch Teil seines Teams in den Tod. Dieses dramatische Ereignis und der Wettstreit erregten viel Aufmerksamkeit und Kontroversen. Die Queen wollte gar ein Besteigungsverbot erlassen, damit nicht noch mehr britisches Blut am Berg vergossen werden konnte. 

Heute gilt die Route von Zermatt aus, über den Hörnligart als Normalweg. Seit dem Unglück um die Expedition Whympers, gab es über 500 weitere tödliche Unfälle am Matterhorn. 



5. Weisshorn – Schweiz (4.505 Meter)

Das auch als schönster Berg der Alpen bezeichnete Weisshorn thront nördlich von Zermatt im Wallis. Mit seiner Höhe von 4.505 Metern ist es der fünfthöchste Berg der Alpen. Seine ebenmäßige pyramidenform mit drei scharfen Graten bildet den Hauptgipfel der Weisshorngruppe. Obwohl es von vielen Viertausendern umringt ist, ist das Weisshorn relativ freistehend und in unberührter Lage.

Der Fels an den drei Seitenflanken ist sehr brüchig, weshalb diese sich nicht für den Aufstieg eignen. Erstbesteigung fand 1861 statt. Der Nordostgrat wird als Normalweg bezeichnet. Bei einem Aufstieg müssen 3.000 Höhenmeter überwunden werden, was ein hohes Maß an Ausdauer und alpinen Fähigkeiten bedarf. Der Südwestgrat gilt als anspruchsvollster Aufstiegsweg. 

4. Liskamm – Schweiz (4.533 Meter)

An der schweizerisch-italienischen Grenze, östlich des Matterhorns und westlich der Monte-Rosa-Gruppe, ragt der fünf Kilometer lange Gebirgskamm als vierthöchste Erhebung der Alpen empor. Höchster Punkt ist der 4.533 Meter hohe Ostgipfel und der etwa ein Kilometer entfernte 50 Meter niedrigere Westgipfel. 

Auf nordöstlicher Seite des Kamms fällt eine vereiste, über 1.000 Meter steile Felswand ab. Südlich befindet sich der stark zerrissene Lysgletscher. 1861 fand die Erstbesteigung des Ostgipfels statt und drei Jahre später überschritten Alpinisten das erste Mal den Grat. Teil dieser Expedition war unteranderem Sir Leslie Stephen, Vater der Schriftstellerin Virgina Woolf. Die Gratüberschreitung ist durch das stark verwechtete Gelände sehr gefährlich und kostete schon vielen Bergsteigern das Leben, weshalb der Liskamm auch den Namen „Menschenfresser“ erhielt. Bekannt ist der Berg auch aus dem 1921 von Arnold Fanck gedrehten Bergfilm „Im Kampf mit dem Berge“.   

3. Dom – Schweiz (4.545 Meter)

Der Dom ist mit einer Höhe von 4.545 Metern der dritthöchste Alpenberg und die höchste vollständig in der Schweiz gelegene Erhebung. Er befindet sich in den Walliser Alpen zwischen den Ortschaften Saas-Fee und Randa und ist Teil der aus insgesamt acht Viertausendern bestehenden Mischabelgruppe. Seinen Namen trägt der Dom zu Ehren des Domherrn Joseph Anton Bechthold, welcher den Berg 1833 erstmals vermaß.

Im Jahr 1858 wurde der Dom das erste Mal bestiegen. Die Normalroute führt von der Westseite aus über die Domhütte, vorbei am Festigletscher. Der Anstieg ist gefährlich. Besonders durch die Gletscherspalten, schmale Grate und dem stark verwechtetem Gelände entstehen Gefahren. Oben angekommen, belohnt einen ein atemberaubender Ausblick auf die anderen imposanten Alpenberge wie das Matterhorn, das Weißhorn, das Monte Rosa Massiv und den Mont Blanc. 



2. Dufourspitze – Schweiz (4.634 Meter)

Zweithöchster Berg der Alpen ist die 4.634 Meter hohe Dufourspitze, welche sich als Hauptgipfel des Monte-Rosa-Massiv südöstlich von Zermatt erhebt. Umstritten ist, ob sie auch als höchster Berg der Schweiz gezählt werden sollte, da sie teils auf italienischer Seite liegt. Das gesamte Monte-Rosa-Massiv ist das mächtigste Massiv der Alpen und umfasst zehn Viertausender. 

Ursprünglich wurde die Dufourspitze Gornerhorn genannt, bevor sie zu Ehren des General und Kartografen Guillaume-Henri Dufour 1863 umbenannt wurde. Die von ihm erstellte Dufourkarte war die erste topographische Karte der Schweiz, zudem war er Mitbegründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Die Dunantspitze, ein Nebengipfel, der beim Aufstieg über den Ostgrat auf die Dufourspitze passiert wird, wurde 2014 nach Henry Dunant, einem anderen Mitgründer umbenannt. 

1855 konnte die Dufourspitze das erste Mal bestiegen werden. Die Route zum Gipfel startet für Alpinisten meistens an der relativ niedrig gelegenen Monte Rosa Hütte, wodurch Auf- und Abstieg viel Zeit in Anspruch nehmen. Gletscherspalten und vereiste Grate stellen die größten Schwierigkeiten dar.



1. Mont Blanc – Frankreich (4.810 Meter)

In den Westalpen, direkt an der italienisch-französischen Grenze, ragt der berühmte Mont Blanc 4.810 Meter als höchster Alpenberg empor. Es ist umstritten, ob er nicht sogar der höchste Berg Europas ist, je nach dem, ob der Elbrus im russischen Kaukasus zu europäischem Gebiet gezählt wird. Auch ist er der elft prominenteste Berg der Welt.

Mont Blanc

Der Mont Blanc liegt zwischen der italienischen Gemeinde Courmayeur und dem französischen Chamonix. Ein fast 12 Kilometer langer Autotunnel durch das Gebirgsmassiv verbindet die beiden Orte miteinander. Richtung Nordosten befinden sich die über einen Grat verbundenen Viertausender Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul. Außerdem besitzt das Bergmassiv einige Nebengipfel wie den 4.748 Meter hohen Mont Blanc de Courmayeur am Südostgrat. Der Gipfel des Mont Blanc ist ganzjährig von Schnee und Eis bedeckt und besonders die Nordseite des Berges ist stark vergletschert. Der Glacier de Bosson erstreckt sich hier über knapp 3.400 Meter fast bis ins Tal und überwindet damit einen so großen Höhenunterschied wie kein anderer Gletscher der Alpen. 

Der Mont Blanc ist im Alpinismus von wichtiger Bedeutung und kann mitunter als Geburtsort des Bergsteigens gezählt werden. Es gab viele Besteigungsversuche, bis im Jahr 1786 dann erfolgreich die Erstbesteigung gelang. Bis heute ist der Berg durch seine imposante Schönheit ein international beliebtes Reiseziel. Jährlich erklimmen circa 25.000 Menschen den Gipfel.Die Schwierigkeiten des Aufstiegs werden oftmals unterschätzt, sodass der Mont Blanc laut weltweiter Berg-Unfallstatistik zu den tödlichsten Bergen zählt. 



Der Skiort Chamonix selbst ist ebenfalls weltbekannt. 1924 wurden hier die ersten Olympischen Winterspiele ausgetragen. Außerdem ist der Ort Ausgangspunkt der beliebten Haute Route, die bis ins schweizerische Zermatt führt.

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