Als Teenager habe ich bewusst die Wildnis genossen

– Interview mit René von houseberg.at –

 
„Bilder, Gedanken und Tourenbeschreibungen zu Schobergruppe, Glocknergruppe und zum Everest-Gebiet“. So umschreibt René von houseberg.at das Themenfeld seines Blogs. Er ist beim Glockner aufgewachsen, liebt das Bergsteigen und Klettern und erkundet gemeinsam mit seiner Freundin die Berge der Alpen – und der Welt. Damit jeder Berg ein #houseberg wird. 

Moin René! Wie kam es, dass Du diese Liebe zu den Bergen entwickelt hast?
Zunächst bin ich natürlich inmitten der Berge aufgewachsen, in einem kleinen Dorf nahe am Großglockner, Österreichs höchstem Berg. Skifahren wurde mir beigebracht, als ich noch ganz klein war. Später bin ich zum Snowboard gewechselt und habe dann irgendwann in den Schulferien als Snowboardlehrer gearbeitet. Als Teenager habe ich bereits bewusst die Wildnis und die Freiheit der Berge und Täler genossen – sowohl im Sommer wie im Winter. Es gibt unglaublich viel zu entdecken in den geschützten Gebieten des Hohe Tauern Nationalparks.
Jetzt, wo ich erwachsen bin, kann ich natürlich viel leichter überall hinfahren, wo ich möchte, und mir auch wesentlich einfacher die Unterkunft oder auch mal einen Bergführer leisten. Ich komme sehr schnell in die Schweiz oder nach Südtirol und ich genieße wirklich jeden Teil unserer wunderschönen Alpen, wie etwa 2017 beim Aufstieg zum Gipfel des Ortlers.
In der Zwischenzeit habe ich houseberg.at ins Leben gerufen. Ich möchte dort meine Touren, Bilder und meine Gedanken zum Alpinismus in Österreich und Nepal teilen.
Am allerliebsten bin ich auf jeden Fall weiterhin in meiner Heimat unterwegs und liebe es nach wie vor, dort, rund um den Großglockner, auf die Gipfel zu steigen und die Hütten zu besuchen.

Welche Tour würdest Du als Dein bislang größtes Abenteuer beschreiben?
Unsere größte Tour bisher war auf jeden Fall unser Trek zum Mount Everest Base Camp in Nepal 2017. Meine Freundin Silvia und ich sind per Flugzeug von Kathmandu nach Lukla geflogen. Von dort startete unsere 8-Tages-Tour, wobei wir auf einer Höhe von 2.800 Meter losliefen und schließlich am Base Camp auf 5.300 Meter ankamen, direkt am Fuße des Khumbu-Gletschers mit seinen haushohen Seracs, den riesigen Türmen aus Eis, die sich dort vor einem aufbauen.
Am nächsten Tag bestiegen wir den 5.600 Meter hohen Kala Patthar, von wo wir eine atemberaubende Aussicht auf den Everest und die Ama Dablam hatten. Und auch Kathmandu selbst mit seiner eindrucksvollen Kultur war eine tolle Erfahrung für uns.

Was plant Ihr als nächstes?
Bislang steht das ehrlich gesagt noch gar nicht fest. Wir werden mit Sicherheit am Großglockner Berglauf teilnehmen und die ein odere andere Tour in Österreich unternehmen. Ansonsten müssen wir uns unsere Reiseziele für 2018 noch suchen. Tibet und die Everestnordwand wären natürlich ein mehr als lohnenswertes Ziel. Aber es gibt so viele reizvolle Orte auf dieser schönen Welt.

Was sagst Du zum Thema Umweltschutz in den Bergen?
Wie immer im Leben gilt vor allem: Tue nichts Dämliches.
Ich denke, die wenigsten werfen noch ihren Müll in die Landschaft. Weniger bewusst ist jedoch möglicherweise vielen, dass wir auch durch unseren Lärm die Tierwelt beeinträchtigen können. Wir verwenden häufig schon halbe Berge zum Skifahren. Es sollte wenigstens noch ein bisschen Rückzugs- und Ruheraum für die Tiere am Berg bleiben, ohne dass wir diese noch mit unseren Drohnen oder unserer Musik stören.

Gibt es noch etwas, das Du loswerden möchtest?
Marmota Maps rockt.
Und vielen Dank, dass Ihr endlich meinen Wunsch erfüllt habt und den Großglockner-Bergdruck nun auch mit der Ansicht von Heiligenblut in Kärnten aus anbietet, also genau in der Ansicht, die mir seit meiner frühesten Kindheit vertraut ist.