Skikleidung und Snowboardkleidung

– Der ultimative Guide mit Björn von St. Bergweh –

Die passende Snowboard- oder Skikleidung zu finden ist eine kleine Herausforderung. Wie bei eigentlich allen Sportarten sollte man nicht nur schick, sondern auch zweckmäßig gekleidet sein, schließlich kann man beim Skifahren oder Snowboarden durchaus ziemlich extremen Wetterlagen ausgesetzt sein. Deshalb haben wir Björn von St. Bergweh eingeladen, der uns den Rundumschlag mit Tipps zur alpinen Kleidung gibt – von der Unterwäsche bis zum Handschuh.

Skiunterwäsche und Socken: Die unterste Schicht

Merinowolle Skisocken SkibekleidungZu der untersten Schicht der Skikleidung gehören Socken und die Skiunterwäsche. Bewährt haben sich Socken mit Merinowolleanteil, wie beispielsweise von Mons Royale oder Stance. Die halten nicht nur warm, sondern nehmen auch nicht den Schweißgeruch an – können also auch ohne waschen mehrere Tage getragen werden. Am besten einfach in einem gut belüfteten Bereich oder im Skikeller aufhängen. Einziger Nachteil: Wenn man sie wäscht, dauert es etwas länger, bis sie wieder trocken sind.

Skibekleidung, Skiunterwäsche Merinowolle
Auch bei der Skiunterwäsche gibt es neben der klassischen schnelltrocknenden Polyester- oder traditioneller Baumwoll-Unterwäsche Varianten aus Merinowolle. Optimale Lösung: Skiunterwäsche aus einem Mix aus Merino-Fasern und technischen Fasern, die die Vorteile der unterschiedlichen Materialien verbindet und oft langlebiger ist als reine Merinowolle-Produkte. Tipp: Die Hosen gibt es von einigen Herstellern auch in 3/4 Länge. Da meistens Socken bis zu den Knien getragen werden, ist diese materialsparende Version sehr praktisch. Entsprechende Produkte gibt es zum Beispiel von super.natural aus dem bayerischen Aschau oder Icebreaker aus Neuseeland.

Second Layer: Skigebiet oder Skitour, das ist entscheidend

Skikleidung Jacke FreerideSpätestens bei der mittleren Schicht, dem Second Layer, wird es relevant, was für eine Art Ski- oder Snowboardtag geplant ist. Will man eine Skiour inklusive Bergaufstieg machen, bietet es sich beispielsweise an, eine technischere Jacke mit etwas dünnerem Material am Rücken zu wählen, zum Beispiel die Odlo Ibris Hybrid, da man beim Tourengehen sowieso in der Regel einen Rucksack mit LVS-Ausrüstung trägt – also am Rücken eher schwitzt beziehungsweise nicht so schnell friert.

Skikleidung Jacke FleeceFür das Fahren im Skigebiet ist eine zweite Schicht sinnvoll, die vor allem warm hält. Der Klassiker sind Jacken aus funktionellem Fleece. Diese gibt es in allen möglichen Varianten für Damen und Herren oder auch als Unisex-Modell von Woolpower aus Schweden oder aus recycelter Wolle von Norrona aus Norwegen. Wichtig ist Atmungsaktivität, damit Feuchtigkeit wirklich von der untersten Schicht und entsprechend von der Haut weggeleitet werden kann.

snowboard hoodie Für alle Fahrer, die es besonders stylisch wollen, gibt es auch funktionelle Hoodies. Das Lieblingsmodell von Björn ist eine Sonderedition aus einer Zusammenarbeit des Snowboard Magazins Pleasure und Brethren Aparel, die länger geschnitten ist als normale Pullower, am Rücken und an den Ellenbogen über eine Cordura-Verstärkung verfügt und zudem mit Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen und weiteren praktischen Details ausgestattet ist.


Skikleidung Daunenjacke
Bei Skitouren empfiehlt sich für das Warmhalten auf dem Berg oder die Abfahrt eine Daunenjacke im Rucksack. Jedoch sollte man beim Kauf von Daunenjacken besonders kritisch sein und sich genau über die Art und Herkunft der verarbeiteten Daune informieren. Oder man entscheidet sich gleich für einen Daunenersatz, wie er zum Beispiel bei den Micro Puff Modellen von Patagonia erfolgreich zum Einsatz kommt, die dank PlumaFill Synthetikfaserfüllung mit einem grandiosen Wärme-Gewicht-Verhältnis punkten.

Die äußere Schicht und Nachhaltigkeitsaspekte der Skikleidung

Die äußere Schicht bekommt in der Regel die meiste Aufmerksamkeit, da sie am sichtbarsten ist und damit oft auch sehr stark modischen Kriterien unterliegt. Reine Optik ist aber ein schlechter Berater – ebenso wie ausschließlich der Preis etwas über das Produkt aussagt.

Die Ski-/Snowboardjacke – Muss es Gore-Tex sein?

Die ideale Jacke für Skitouren ist in der Regel eine sehr dünne und leichte, hoch performante, d.h. wind- und regendichte, aber gleichzeitig atmungsaktive Jacke. Dank einer eingearbeiteten Membran bleiben Regen und Wind draußen, während Schweiß einfach von innen nach außen transportiert wird. Derartige Jacken eignen sich nur bedingt für einen Tag im Skigebiet, da sie von sich aus kaum warm halten. So eine Jacke müsste für diesen Zweck mit besonders gut wärmenden Produkten im Bereich der ersten und zweiten Schicht kombiniert werden.


Wie wäre es damit: Unsere Alpenkarte mit 630 Skigebieten

DIe Alpen - alle Skigebiete - eine karte

Die Alpen – 630 Skigebiete – eine Karte

Wenn ihr so begeisterte Skifahrer seid wie wir, dann haben wir etwas für euch: unsere Alpenkarte mit allen Skigebieten der Alpen. Mit Pistenkilometern, Höhenangaben und blauen, roten und schwarzen Pistenkilometern für alle Skigebiete.


Goretex SkijackeDamit diese Jacken wind- und regendicht, aber gleichzeitig atmungsaktiv sein können, wird eine spezielle Membran in den Stoff integriert. Diese Membrane funktionieren im Grunde alle ähnlich: Sie lassen keine Feuchtigkeit nach innen, aber Wasserdampf vom Schwitzen nach außen. Nur der Weg dahin ist bei den verschiedenen Herstellern unterschiedlich. Klarer Marktführer ist mit über 90 Prozent Marktanteil das amerikanische Unternehmen Gore Fabrics, Produzent der bekannten Gore-Tex Membran.

Allerdings haben Gore-Tex Membrane aus Umweltgesichtspunkten auch eine problematische Seite. Vor gut zwei Jahren hat Greenpeace in einer großen Studie in diversen Jacken, Hosen, Zelten, Schuhen und Handschuhen verschiedener Markenhersteller erhebliche Mengen verschiedenster per- and polyfluorierter Chemikalien, sogenannte PFCs, nachgewiesen, die im Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen und Krebs zu verursachen. Spezielle PFCs sind auch Bestandteil der Gore-Tex Membran. Wie Björn in seinem Blogbeitrag “Sympatex:Das bessere Gore-Tex?” schreibt, ist dabei nicht nur die Produktion eine Belastung für Umwelt und Mensch, sondern auch die Entsorgung, da PFCs sich kaum von alleine abbauen – manche sprechen deshalb gar von Sondermüll, der nach der Nutzung entsprechend professionell entsorgt werden müsste, was in der Praxis aber wohl nur selten geschehen dürfte. Zumindest bei Kinderkleidung gibt es hinsichtlich der Verwendung von PFCs bereits gesetzliche Regelungen. Und auch Gore Fabrics beugt sich mittlerweile erfreulicherweise dem Druck von Greenpeace und der Öffentlichkeit bezüglich der Verwendung von PFCs, wie man in dem oben verlinkten Beitrag von Björn nachlesen kann.

Skijacke Eine Alternative sind Jacken mit einer Membran des schon immer auf PFCs verzichtenden deutschen Unternehmens Sympatex, die unter anderem die im Film gezeigte Marke Open Wear in ihren Freeride-Jacken für Männer und Frauen verwendet. Wenn man dann bedenkt, dass obige Jacke mit Sympatex-Membran nicht nur deutlich umweltfreundlicher ist, sondern auch nur etwa die Hälfte der ebenfalls im Film gezeigten Norrona Lofoten Gore-Tex Pro Jacke kostet, dann dürfte auch eine vielleicht etwas geringere Performance-Leistung akzeptabel sein.

SkijackeFür das Skigebiet eignen sich eher gefütterte Jacken, die aber auch etwas Feuchtigkeit von außen abhalten können sollten – eine Wassersäule ab 10.000mm reicht im Normalfall für etwas Schneefall oder Schneeregen aus. Wichtig ist wieder, dass Belüftungsschlitze in Form von Reißverschlüssen unter den Armen eingebaut sind, um schwitzen möglichst zu verhindern. Hersteller wie z.B. WearColor oder Picture Organic Clothing bieten hier schöne, nachhaltig produzierte Jacken an.

Bei der Auswahl von Hosen, gilt bezüglich des Materials und des Verwendungszwecks das Gleiche wie für die Second und Third Layer Jacken.

Die Skihose

Skikleidung Hose SkitourenBei Tourhosen ist ein Reißverschluss über die gesamte Beinlänge von Vorteil. Dadurch hat man alle Möglichkeiten beim Aufstieg Luft hereinzulassen. Auch die Hose für Touren ist in der Regel nicht gefüttert. Sie hält nicht warm, sondern hält Wind und Regen beziehungsweise Schnee ab und transportiert Feuchtigkeit nach draußen. Solche Hosen findet man beispielsweise von umweltbewussten Marken wie Pyua oder Houdini.

Im Skigebiet wiederum kann die Hose gerne eine leichte Fütterung habe, um auch bei der Liftfahrt nicht zu frieren. Gerade bei Snowboardern bietet es sich an, dass die Hose am Gesäß verstärkt ist. Große Taschen mit Platz für ein extra Paar trockene Handschuhe und Lüftungsschlitze an der Oberschenkelinnenseite sind sowohl für Snowboarder als auch für Skifahrer ratsam. Von Hosen gänzlich ohne Lüftungsschlitze ist in jedem Fall abzuraten.

Tipp: Oftmals gehen diese Hosen am Saum des Hosenbeines schnell kaputt, da man mit den Schuhen drauf tritt. Es empfiehlt sich also diese beim normalen Gehen mit Hilfe des Schneefangs an den Beinenden immer umzukrempeln.

Handschuhe

Skikleidung FäustlingeSkikleidung Liner HandschuheZu guter Letzt, dennoch nicht weniger wichtig – der Handschuh: Wer schnell an die Hände friert, wird Fäustlingen am glücklichsten. Damit man trotzdem mal die Finger nutzen kann, ohne den Handschuh komplett ausziehen zu müssen, hat der Hersteller Level auch Modelle im Sortiment, bei denen man mit einem Reißverschluss den Bereich an den Fingerspitzen öffnen kann. Dies ist ideal für frische Luft, Mobilität und um unkompliziert Feuchtigkeit im Handschuh zu reduzieren. Den kleinen Verlust an Wärme, der durch den Reißverschluss entsteht, macht der Fäustling wett bzw. kann man zur Not mit einen dünnen Innenhandschuh, einen sogenannten Liner-Handschuh, ausgleichen.

Wichtig zum Schluss

Es ist natürlich eure Entscheidung, aber mittlerweile gibt es sehr viel nachhaltige Bekleidung zum Skifahren und Snowboarden. Informiert euch und bezieht bei eurer Kaufentscheidung nicht nur den Preis, sondern auch die Produktionsbedingungen und Materialherkunft mit ein – insbesondere hinsichtlich des Umgangs mit Tieren bei Naturdaunen oder Merinowolle und hinsichtlich der Herstellung der Membran.