Das große infografische Buch über die Alpen. Über 360 Seiten zu Geografie, Sportarten, Geschichte, Kultur, Naturschutz und vielem mehr. 2025 aktualisiert.
Der Monte Pelmo ist ein gewaltiger, freistehender Felsendom und gehört zu den höchsten Gipfeln der Dolomiten. Er ragt eindrucksvoll aus den umliegenden Tälern heraus. Von Nordwesten entsteht der Eindruck, einen gigantischen Sessel zu betrachten: der Gipfelfelsblock in der Mitte und der Monte Pelmetto sowie der Nordwestgrat als Armlehnen. Deshalb wird der Pelmo auch „Gottes Sessel“ genannt.
Die Weißkugel ist der dritthöchste Berg in Österreich. Ihre Lage direkt am Alpenhauptkamm macht sie ausserdem zum höchsten Gipfel auf der österreichisch-italienischen Grenze. Auf der Weißkugel treffen vier Gipfelgrate aufeinander, zwischen denen sich Gletscher befinden. Einer von ihnen, der Hintereisferner, wird seit mehr als 100 Jahren wissenschaftlich untersucht – eine der längsten bestehenden Zeitreihen in der Gletscherforschung.
Die Königspitze (ital.: Gran Zebrù) befindet sich südlich vom Ortler und bildet mit diesem sowie mit dem Zebrù, eine markante Dreiergruppe. Sie ist zwar nur der zweithöchste Berg der Ortler Alpen, wird aber häufig als ihr Schönster bezeichnet. Der Alpinist Julius Meurer sprach im 19. Jahrhundert von der Königspitze als „formvollendetsten, vornehmsten Berg im ganzen Bereich der Ostalpen“.
Der Hochgall oder Collalto ist ein Grenzberg zwischen Österreich und Italien sowie der höchste Gipfel der Rieserfernergruppe – ein stattlicher, trapezförmiger Klotz mit einem markanten Gipfelgrat. Der Berg bildet einen Lückenschluss zwischen Hohen Tauern, den Zillertaler Alpen im Westen und dem Tauferer Tal in Südtirol. Demzufolge ist er aus Österreich oder Italien besteigbar.
Der Hochfeiler (ital. Gran Pilastro) ist der höchste Berg der Zillertaler Alpen und liegt an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Er hat zwei sehr unterschiedliche Seiten. Vom Schlegeisspeicher fällt der Blick auf eine eisige und abweisende Nordwand. Wer sich dagegen aus dem Pfitschertal von Südwesten nähert, sieht auf die Flanken des Hochfeilers, die sich hier vergleichsweise sanft in Richtung Tal ziehen.
Im Nordosten von Meran erhebt sich der Hirzer als höchster Gipfel der Sarntaler Alpen mehr als 2 000 Meter über das Passeiertal. Die touristische Region ist gut erschlossen, was auch den Aufstieg auf den Hirzer vergleichsweise einfach macht. Die Hirzerseilbahn befördert ihre Passagiere auf eine Höhe von 1980 Metern. Von der Bergstation führt die Normalroute über die Hirzerhütte zum Gipfel. Rund um den Hirzer befinden sich die für Südtirol typischen Waalwege, die einst zur Bewässerung der Apfelplantagen angelegt wurden.
Die Mutspitze ist der Hausberg der Ortschaft Dorf Tirol und bildet das südöstliche Ende der Texelgruppe in den Ötztaler Alpen. Der Gipfel ist ein beliebtes Ziel für Tageswanderungen und bietet einen herrlichen Ausblick in die Täler nach Süden in Richtung Meran und nach Norden ins Spronser Tal und auf den Rest der Texelgruppe. Der Aufstieg startet mit der Hochmuther Seilbahn und von dort aus entweder von der östlichen Seite her über den Mutkopf oder von westlicher Seite über die Leiter Alm und die Taufenscharte. Die anspruchsvolle Route ist dank der in den Fels gehauenen Wanderwege gut zu schaffen.
Westlich der Sellagruppe bilden die Bergspitzen der Langkofelgruppe einen nahezu perfekten Halbkreis. Die beiden dominierenden Gipfel sind der Langkofel im Nordosten als höchste Erhebung der Gruppe und der Plattkofel im Südwesten. Da sich hier im Winter viele Skigebiete befinden, ist das Areal rund um den Langkofel mit verschiedenen Liften und Seilbahnen erschlossen, darunter eine Stehgondelbahn, die vom Sellajoch zur Berghütte Utia Toni Demetz führt. Auch die berühmte Skirundtour Sella Ronda führt an der Langkofelgruppe vorbei.
Das Felsspitzen der Rosengartengruppe ragen östlich von Bozen in den Dolomiten empor. Höchster Gipfel ist der Kesselkogel. Der Fels des beliebten Aussichtsberg erstrahlt bei Sonnenuntergang in prächtigen Rottönen. Dieses Phänomen wird als Alpenglühen oder auf ladinisch als enrosadira bezeichnet. Um den Berg rankt sich die Sage des Zwergenkönigs Laurin, der nach einem verlorenen Kampf um die Königstochter den Rosengarten verflucht haben soll. Das „Gartl“ solle weder nachts noch tags sichtbar sein, weshalb es heute nur zur Dämmerung während des Alpenglühens erscheint.
Der Zwölferkofel oder Zwölfer gehört zu den fünf Gipfeln, die zusammen die Sextner Sonnenuhr bilden. Vom Ort Moos bei Sexten aus gesehen befindet sich die Sonne etwa um 12 Uhr mittags (Sonnenzeit) über dem Gipfel des Zwölferkogel. Entsprechend sind die Nachbargipfel als Neuner, Zehner, Elfer und Einser bekannt. Wie viele andere Dolomitengipfel ist auch der Zwölferkogel ein gleichermaßen beliebtes wie forderndes Ziel für Kletterer.
Etwa 1000 Meter erhebt sich der Sassongher als mächtiger Felsturm über das südliche Gadertal und den Ort Corvara. Der markante Berg ist Teil des Naturpark Puez-Geisler, in dessen Südosten er sich befindet. Den Gipfel des Sassongher zu erreichen ist erfahrenen Kletterern vorbehalten. Für die Mühen wird man mit einer beeindruckenden Aussicht von oben belohnt. Der Berg ist bekannt für die tollen Panoramen anderer Dolomitengipfel von Fanesgruppe über Sellastock bis zur Marmolata.
Im Osten des Gadertals strecken sich die Gipfel des Heiligkreuzkofel in den Himmel. Von einfachen bis zu den schwierigsten Routen bietet der Berg für Alpinisten eine große Vielfalt. Westlich des Gipfels befinden sich Heilig-Kreuz-Kirche und das heute als Schutzhaus genutzte Heiligkreuz-Hospiz, die nach dem Berg benannt wurden. Der Heiligkreuzkofel, ladinisch Sas dla Crusc, findet hingegen schon wesentlich früher Erwähnung, unter anderem in der ladinischen Sage vom Reich der Fanes.
Die Sellagruppe ist ein markanter Gebirgsstock, der insbesondere durch die legendäre Skiumrundung Sellaronda an Bekanntheit gewonnen hat. Knapp 42 Kilometer werden auf dieser Runde zurückgelegt, die sich in 26 Pisten- und 16 Lift-Kilometer aufteilen. Der höchste Gipfel der Sella ist der Piz Boè mit einer Höhe von 3152 Metern, der allerdings durch die Kompaktheit des Gebirgsstocks kaum in Erscheinung tritt.
Die Seceda liegt in den Dolomiten in Südtirol, am Rande des Naturparks Puez-Geisler. Von St. Ulrich im Grödner Tal fährt die Seilbahn Seceda bis zur Bergstation, etwa 70 Meter unterhalb des Gipfels. Oben auf dem Berg bietet sich ein Panoramablick auf fast ganz Südtirol und weiter über Italien und Österreich. Das Skigebiet auf der Seceda-Alm bietet eine der längsten Abfahrten der Dolomiten. Von kurz unterhalb des Gipfels geht es über mehr als 10 Kilometer und mehr als 1000 Höhenmeter hinunter nach St. Ulrich.
Der 2563 m hohe Schlern ist aufgrund seiner charakteristischen Form eines der Wahrzeichen Südtirols und der Dolomiten. So wird der Berg unter anderem im „Bozner Bergsteigerlied“, einer der inoffiziellen Südtiroler Hymnen, besungen. Den Legenden nach sollen um den Berg herum die Schlernhexen ihr Unwesen treiben, die vor allem für Unwetter und anderes Unheil sorgen.
Der Peitlerkofel, im Ladinischen als „Sass de Pütia“ bekannt, liegt in den nördlichen Dolomiten. Steil und einsam ragen seine beiden Gipfel Großer Peitler und der etwa 60 Meter niedrigere Nebengipfel im Westen, der Kleine Peitler, zwischen Gadertal und Vilnößtal empor. Während man den Kleinen Peitler mit einer Wandertour erreichen kann, führen einfache Routen Kletterer von Süden her auf den Gipfel des Großen Peitlers, von wo aus man eine der schönsten Aussichten in den Dolomiten genießen kann.
Der Ortler ist der höchste Gipfel Südtirols und ein historisch bedeutsamer Berg. Seine Besteigung erfolgte bereits 1805 auf Befehl von Erzherzog Johann von Österreich und war ein wichtiges alpinistisches Ereignis. Während des Ersten Weltkrieges stellte Österreich-Ungarn auf dem Gipfel sogar Geschütze auf. Überreste dieser Stellungen sind heute noch sichtbar. In einer Sage heißt es, dass der Ortler ein vor lauter Wut versteinerter Riese ist, der von einem Zwerg bezwungen wurde.
Die Geislerspitzen gehören zu den Dolomiten und liegen zwischen Villnößtal im Norden und Grödnertal im Süden. Höchste Erhebung der Gruppe ist der Gipfel Sass Rigais mit einer Höhe von 3025 m. Die Geislerspitzen sind ein beliebtes Ausflugsziel für Kletterer. Während die Bezeichnung „Geislerspitzen“ vermutlich auf eine Person zurückzuführen ist, lautet der ladinische Name „Le Odles“, was mit „Nadeln“ übersetzt werden kann.
Bestehend aus kleiner Zinne, grosser Zinne und westlicher Zinne (von links nach rechts) sind die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten ein beliebtes Ziel zum Klettern. Von hier aus nahmen viele Entwicklungen des Bergsteigens ihren Anfang, zum Beispiel die Betonung der Sportlichkeit im Klettern. Ein Teil ihrer Bekanntheit lässt sich leider auf den Ersten Weltkrieg zurückführen. Damals war das Gebiet rund um die Drei Zinnen heftig umkämpft. Die Spuren der Gefechte sind noch heute rund um die Drei Zinnen zu finden.