In Chamonix heißt der Berg schlicht „La Verte“. Grün ist die felsige und mit Schnee und Eis bedeckte Aiguille Verte aber allenfalls an ihrem Fuß. Es wird angenommen, dass der Name des Bergs nicht auf die Farbe, sondern auf das keltische Wort „ver“ oder „var“ zurückzuführen ist, mit dem eine Anhöhe bezeichnet wurde.
Im Südwesten des Berges fließt das „Gletschermeer“ langsam talwärts. Der Gletscher Mer de Glace ist Teil des größten Gletschersystems Frankreichs. Weitere große Gletscher befinden sich im Süden und im Osten der Aiguille Verte. Sie speisen einen Nebenfluss der Rhone, die Arve, die etwas oberhalb von Argentière am Tête de Balme entspringt.
Nicht nur die Gletscher tragen dazu bei, dass die Aiguille Verte vielen als der am schwierigsten zu besteigende Viertausender der Alpen gilt, obwohl der Zustand des Eises am Berg durchaus großen Einfluss auf die Aufstiegschancen hat. Das steile Gelände bietet schon auf der Normalroute Neigungen von bis zu 55°. Hinzu kommt die Gefahr durch loses Gestein. Mit einer Überschreitung über den Ost- und Westgrat des Bergs kann die Schwierigkeit einer Gipfeltour noch weiter erhöht werden.