Der Gran Paradiso gilt als einer der am leichtesten erreichbaren Viertausender der Alpen. Der Normalweg führt von Westen aus über das Rifugio Vittorio Emanuele II. Die Routen über die Ostseite sind deutlich anspruchsvoller. Der Gran Paradiso wird auch gerne genutzt, um den Aufstieg in diesen Höhenlagen zu trainieren und sich auf die Besteigung anderer Viertausender wie den Mont Blanc vorzubereiten.
Rund um den Gran Paradiso befindet sich der gleichnamige „Parco Nazionale del Gran Paradiso“, der 1922 als erster italienischer Nationalpark eingerichtet wurde. Schon zuvor spielte das Gebiet eine bedeutende Rolle für den Naturschutz in den Alpen. Der Alpensteinbock war so stark bejagt worden, dass der Bestand fast überall im Alpenraum ausgerottet war – bis auf eine Kolonie von etwa 100 Tieren rund um den Gran Paradiso. 1820 wurden diese Steinböcke unter Artenschutz gestellt. Um den Steinbock wieder in der Schweiz anzusiedeln, wurden um 1900 die ersten Tiere aus Italien geschmuggelt, da der Export offiziell nicht erlaubt war. Der heutige Bestand von schätzungsweise bis zu 50 000 Steinböcken im Alpenraum stammt wohl vollständig von den 100 Steinböcken aus dem heutigen Nationalpark ab. Auch viele andere Tiere wie Gämsen, Adler oder Murmeltiere sind im Park beheimatet. Ebenso findet sich hier eine vielfältige Flora, die unter anderem etwa 1 500 alpine Blütengewächse umfasst.