Eine andere Grenzstreitigkeit betrifft die Frage, ob die französisch-italienische Grenze über den Gipfel des Mont Blanc verläuft, wie Italien argumentiert, oder etwas unterhalb davon. Unabhängig davon, wem hier recht gegeben werden mag, befindet sich am Monte Bianco, wie der Berg auf italienisch heißt, auch der höchste Punkt Italiens.
Der Status als höchster Alpengipfel ist zwar nicht bedroht, doch langsam verliert der Mont Blanc an Höhe. Dies ist nicht nur scheinbar durch neue und präzisere Vermessungen der Fall, sondern durch den Rückgang des Gletschereises auf dem Gipfel bedingt.
Die Erstbesteigung 1786 fällt noch in die Frühphase der Geschichte des Bergsteigens in den Alpen. Wie das gesamte Gebirge ist auch die Region um den Mont Blanc im Vergleich mit den meisten anderen Hochgebirgsregionen sehr gut erschlossen, was dazu beiträgt, dass der Berg sehr häufig bestiegen wird. Bis zu Beginn der COVID-19-Pandemie wurden jährlich etwa 30 000 Aufstiegsversuche gezählt. Klettertechnisch ist der Aufstieg nicht übermäßig anspruchsvoll. Dennoch hat der Mont Blanc auch den traurigen Rekord als gefährlichster Alpenberg inne. Weit mehr als 6 000 Menschen sind bisher am Berg tödlich verunglückt. Häufig werden die Höhenluft, kalte Temperaturen und Wetterumschwünge am Berg unterschätzt. Zudem versuchen sich immer wieder Menschen mit unzureichender Ausrüstung am Aufstieg.