Wandernd Spenden sammeln in den Alpen

– Katja und Stefan vom Bergengel-Projekt –

Sie wohnen in Schwaben. Doch an ihren freien Tagen zieht es Katja und Stefan sofort in die Alpen, wo die beiden einen durchaus großen Teil des Jahres verbringen. Wandern ist ihre große Leidenschaft. Bei ihren Touren kam ihnen die Idee für das Bergengel-Projekt. Die Bergengel sind dabei nicht Katja und Stefan selbst, sondern die Mitarbeiter/-innen sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer/-innen der Bergrettung. Beim Wandern durch die Alpen wollen Katja und Stefan nun Spenden für die Bergflugrettung der Aiut Alpin Dolomites zusammentragen.

Wir haben mit Katja und Stefan gesprochen und uns über den Start des Charity-Projekts und ihre Liebe zu den Alpen unterhalten.

Die Bergengel - Katja und Stefan

Moin Katja, moin Stefan, wie seid Ihr auf die Idee des Bergengel-Projektes gekommen?
Hallo Marmotas, das war im vergangenen Jahr im Herbst, als wir von einem Kurzurlaub aus Südtirol nach Hause gefahren sind. Wir hatten im Auto viel Zeit und fragten uns gemeinsam, was wir in oder auch für die Bergwelt tun könnten. Bisher war es so, dass wir uns immer wieder mit kleineren Projekten sozial engagierten. Wir organisieren gemeinsam mit Freunden seit drei Jahren einen Musikantenstammtisch und sammeln dort Geld für eine soziale Einrichtung. Das endet nun im November, da das Pächterpaar, unsere Freunde, aus der Region wegziehen werden. Wir überlegten uns also während der gut sechsstündigen Heimfahrt, was wir machen können. Und so kamen wir auf das Thema Bergrettung. Wenn man sich damit erst einmal ausführlicher beschäftigt, erfährt man, dass viele Bergretter ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Es gibt Werte bei den Bergrettern und Bergführern, die einfach klasse sind. Und so kam der Gedanke der Bergengel auf. Die Bergengel sind also nicht wir, sondern die Menschen, die uns selbstlos und uneigennützig helfen, wenn wir in Not geraten.

“Mein Vater hatte in den Bergen einen Herzstillstand.”

Wart Ihr schon einmal selbst in dieser Situation, auf die Bergrettung angewiesen zu sein?
Glücklicherweise nein. Aber vor zwei Jahren hatten wir ein Erlebnis unterhalb der Tegernseer Hütte. Ein Wanderer hatte einen epileptischen Anfall, wie wir später erfuhren. Wir waren nicht weit weg davon und sahen, wie die Bergrettung mit dem Helikopter kam und diesem Menschen helfen und retten konnte. Ohne diesen Einsatz wäre es wohl nicht sehr gut ausgegangen. Ein weiteres Erlebnis liegt schon gut über 25 Jahre zurück. Mein Vater [Stefan] hatte in den Bergen einen Herzstillstand. Bis die Ambulanz und der Notarzt dort waren, und das war schon schnell, war es leider zu spät. Vielleicht, und das ist nur eine Annahme, hätte eine Rettung per Helikopter ihm das Leben retten können. Diese Erfahrung machen auch die Flugretter der Aiut Alpin Dolomites immer wieder. Gerade bei Herzinfarkt oder auch bei Schlaganfällen zählt bekanntlich jede Minute. Und mit dem Helikopter schaffen es die Bergretter einfach schneller, vor Ort zu sein.

Wie kann man das Bergengel-Projekt konkret unterstützen?
Zunächst einmal, indem man uns auf Facebook oder auf Instagram folgt. Je mehr Follower wir haben, um so mehr Menschen können wir erreichen. Und wer dann Interesse hat, die Bergrettungen über uns zu unterstützen, darf sich gerne melden. Wir selber spenden pro gelaufenen Bergkilometer einen Euro. Und unser Ziel ist es heuer mindestens 50 Touren durchzuführen. Da kommen einige Kilometer zusammen. Wir wollen in den kommenden Jahren die Bergflugrettung der Aiut Alpin Dolomites unterstützen. Wir haben im Juli die Menschen dahinter und diese Organisation kennengelernt. Wir waren schnell von ihrem Engagement und Idealismus überwältigt. Das ist einfach klasse und lohnenswert, hier Geld zu spenden. Also wäre eine Unterstützung mit einer Spende oder einer Mitgliedschaft auch immer direkt möglich.

Der Bergengel - Alpen

Kommen wir zu Euch und Eurer Beziehung zu den Alpen. Wann habt Ihr Euch in die Alpen verliebt?
Wir haben unterschiedlich lange schon einen sehr engen Bezug zu den Bergen. Gemeinsam ist das mit unserem ersten Kurztrip vor 14 Jahren entstanden. Da waren wir gerade ein paar Woche zusammen und gingen ins Montafon. Ich [Stefan] war schon mit sechs Jahren 1976 das erste Mal dort und seitdem sehr, sehr regelmäßig. Wir haben 2012 auch in Schruns geheiratet und in Tschagguns gefeiert. Es ist sozusagen unsere zweite Heimat. Wir sind dort regelmäßig zum Skifahren und seit 2015 hat uns das Wanderfieber gewissermaßen gepackt.

“Wir versuchen so viel Zeit wie nur möglich in den Bergen zu verbringen.”

Wie viel Zeit im Jahr verbringt Ihr in den Alpen?
Wir versuchen so viel Zeit wie nur möglich in den Bergen zu verbringen. Aufgrund unserer regionalen Nähe von Stuttgart aus sind wir natürlich auch recht schnell im Allgäu, in Tirol oder im Montafon. Dieses Jahr hatten wir aufgrund des herrlichen Frühlings und des sonnenverwöhnten Sommers einfach sehr oft die Möglichkeit mal für einen Tag oder ein Wochenende wandern zu gehen. Seit April gab es wenige Wochenenden, die wir in Stuttgart verbracht haben.

Habt Ihr Eure Lieblingsorte in den Bergen?
Es gibt zwei Lieblingsorte, an die es uns immer wieder hinzieht. Das hat allerdings auch sehr, sehr viel mit den dort lebenden Menschen zu tun, die wir kennenlernen durften. Einmal ist es das Montafon und zum anderen das Grödnertal in Südtirol. Ansonsten ist jeder Berg für uns ein Lieblingsort. Wir sind gerne von Hütte zu Hütte unterwegs und haben dieses Jahr beim Stubaier Höhenweg oder letztes Jahr in Osttirol beim Venediger Höhenweg wunderschöne Erlebnisse gehabt.

Katja - Bergengel - Lieblingsorte

Möchtet Ihr zum Schluss sonst noch etwas loswerden?
Zunächst bedanken wir uns ganz herzlich bei Euch für Euer Engagement und Eure Unterstützung. Das ist wirklich klasse!
Dann wollen wir gerne noch auf die 1. Bergengel-Wanderung am 13.10.2018 in Stuttgart hinweisen sowie auf eine Crowdfunding-Aktion, die wir vom 14.11. bis 13.12.2018 starten und durchführen. Mehr kann man auf unserer Website www.die-bergengel.rocks finden und nachlesen.
Und vielen Dank für das angenehme Gespräch.

 

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Die erste länderübergreifende Karte der Alpen mit mehr als 600 Skigebieten (≥ 5 Pistenkilometer).