7 wunderschöne Fernwanderwege der Alpen

– Teil 1 –

Nie erlebt man die Alpen besser, als wenn man sie mit Muße erwandert. Lasst euer Telefon zuhause! Auf diesen besonderen Fernwanderwegen in den Alpen lasst ihr alle traurigen Gedanken hinter euch.

Fernwanderweg 1:
Die Walker’s Haute Route zwischen Chamonix und Zermatt

Route: Dieser wunderschöne Wanderweg führt vorbei an den höchsten und wildesten Bergen der Alpen. Er beginnt in Chamonix in Frankreich zu Füßen des Mont Blanc und führt bis nach Zermatt in der Schweiz zu Füßen des Matterhorns. Die Route ist ein alpiner Klassiker: schon im 19. Jahrhundert wurde sie vom Britischen Alpine Club geplant. Bis zu 3.000 Meter schlängelt sich diese Route vorbei an der Aiguille du Dru, der beeindruckenden Steilwand am Aiguille Verte. Anschließend umrundet man Dent Blanche und Weißhorn, und wandert zum Schluss das Nicolai-Tal hinauf. In Zermatt endet die Wanderung mit dem einmaligen Blick aufs Matterhorn. Alternativ kann man die Haute Route auch über Gletscher gehen, dies erfordert aber Bergsteiger-Ausrüstung und Übung.

Dauer: Wirklich schnelle Wanderer schaffen die Walker’s Haute Route in 6-8 Tagen. Normal sind 12-13 Tage.

Höhenmeter: Insgesamt überwindet man 17.500 Höhenmeter. Den höchsten Punkt erreicht die Route am Bec des Etagnes im Wallis mit knapp 3.000 Metern.

Höhenprofil Walker's Haute Route

Fernwanderweg 2:
Der E5 von Oberstdorf nach Meran/Bozen

Route: Dieser Weg ist einer der beliebtesten Wanderwege der Alpen und auch für fitte, aber nicht besonders geübte Wanderer gut machtbar. Trotzdem sollte man den Aufwand nicht unterschätzen! Auf den 6-7 Etappen erlebt man die Allgäuer Alpen, sehr steile Abstiege wie das Zimmer Loch, sehr anstrengende Aufstiege wie den zur Braunschweiger Hütte und einen kurzen Moment in einer Höhe von fast 3.000 Metern. Dadurch, dass man die Alpen von Norden nach Süden durchquert, bekommt man einen tollen Überblick. Du kannst hier die verschiedenen Vegetationszonen, Gebirgstypen und Stimmungen der Alpen entdecken. Auch das ist ein Grund, weshalb so viele andere Wanderinnen und Wanderer auf dem Trail unterwegs sind. Deshalb: frühzeitig die Hütten buchen, sonst kann es schon mal knapp werden.

Dauer: Geplant ist die kurze Route für 6 Tage, wenn man keine Gondeln nimmt und bis nach Bozen läuft, braucht man 12 Tage. Es empfiehlt sich, einen Tag mehr einzuplanen. So kannst du eine Pause machen oder einen kleinen Abstecher unterwegs einlegen.

Höhenmeter: Täglich geht es zwischen 800 und 2000 Höhenmeter hinauf und hinab, insgesamt etwa 8.800 Meter hinauf und über 9.000 hinab. Den höchsten Punkt erreicht man kurz vor der Braunschweiger Hütte an der Grenze zwischen Österreich und Italien mit fast 3.000 Metern.

Höhenprofil Fernwanderweg E5

Diese und noch mehr Wanderwege findet ihr auf unser Alpenkarte mit 1001 Bergen und Wanderwegen

Fernwanderweg 3:
Austria Skyline Trail

Die Route: Die größte Kreiswanderung der Alpen liegt in Osttirol. Im Norden geht der Skyline Trail vorwiegend durch den Nationalpark Hohe Tauern und ganz nah am Großglockner vorbei. Im Süden verläuft der Skyline Trail an der Grenze zu den Dolomiten durch das einzigartige Kalkgestein. In den Lienzer Dolomiten kann man den Spitzkofel erblicken, auch am Großvenediger wandert man vorbei. Wenn man Osttirol und das Herz der österreichischen Alpen erkunden möchte – keine Route eignet sich besser als diese hier. Obacht: mehrere Male kratzt der Weg an der magischen 3.000-Meter-Marke, einige Etappen sind nur mit Bergsteigerfahrung zu begehen. Dieser Weg ist teilweise sehr schwer, aber dafür bekommt man einzigartige Einblicke. Der Weg wurde erst 2016 eröffnet – und ist doch schon ein Anziehungspunkt für viele Wanderer geworden.

Da ist er, der Großglockner (Foto: Christopher Panzenböck)

Dauer: Insgesamt gibt es 34 Etappen, die erwandert werden können. Das ist für eine Reise natürlich sehr viel. Deshalb ist der Trail in 9 Abschnitte unterteilt, die man auch über die Jahre erwandern kann.

Höhenmeter: Am Böses Weibl (sic) kurz nach Lienz erreicht der Weg seinen Höchsten Punkt: 3.119 Meter. Insgesamt geht es 51.714 Höhenmeter hinauf und herab.

Höhenprofil Austria Skyline Trail

Fernwanderweg 4:
Dolomitenhöhenweg Nr. 9

Die Route: Südwestlich vom Skyline Trail Endet der Dolomitenhöhenweg Nr. 9. Entgegen der meisten Wanderwege in den Dolomiten quert der Höhenweg die Dolomiten von West nach Ost. Auf dem Weg bewundert man die beeindruckendsten Formationen und Gipfel der Dolomiten, wie den Langkofel, den Col die Lana und natürlich die Drei Zinnen! Der Weg ist gut erschlossen und nicht zu schwer. Er ist auch für weniger geübte Wanderer bequem machbar. Das bedeutet aber auch, dass viele andere Wanderer unterwegs sind und es manchmal recht voll werden kann. Es gibt einen Klettersteig, für den man auch im Sommer Pickel und Steigeisen brauchen kann, diesen kann man aber umgehen.

Die Drei Zinnen (Foto: Pietro Rampazzo)

Dauer: Die Route dauert in der Regel 7-12 Tage, je nach Kondition.

Höhenmeter: Es geht hoch hinauf. Man steigt hinauf bis auf 3.152 Meter am Piz Boè und überwindet insgesamt knapp über 10.000 Höhenmeter.

Höhenprofil Dolomiten Höhenweg Nr. 9

Zeichnet eure eigenen Routen ein. Auf unser Karte “Alpen Gestalten“.

Fernwanderweg 5:
Bärentrek

Die Route: Der Bärentrek führt einmal quer durchs Berner Oberland, vorbei an allem, was Rang und Namen hat: Eiger, Mönch, Jungfrau. Teilweise sehr touristisch, teilweise sehr ursprünglich, erläuft man sich eine der wildesten und beeindrucktesten Regionen der Alpen. Sensationell ist der Aufstieg zur Blüemlisalp, der mit einem einzigartigen Ausblick auf Gspaltenhorn und Breithorn lockt. Jeder, der dieses Tal schon einmal herausgegangen ist, muss ins Schwärmen kommen. Denn so groß sind die Höhenunterschiede, so dramatisch die Berge. Und mit Glück kann man unterwegs noch im Bergsee baden. P.S. Der Bärentrek ist Teil der Via Alpina, zu der wir gleich noch kommen, und somit ein Teil des bedeutendsten Wanderweges der Alpen.

Dauer: Den Bärentrek läuft man in 9 Tagen, wenn man die Bahnen spart und bis Gsteig geht. Wenn man ein bisschen abkürzt, kann man auch eine schöne Wanderung in 5-6 Tagen wandern.

Höhenmeter: Den höchsten Punkt erreicht man am Höhtürli kurz vor der Blüemlisalp mit 2.778 Metern, insgesamt überwindet man stolze 18.050 Höhenmeter.

Das Höhenprofil des Bärentreks von unser Karte der 1.001 Alpenberge

Fernwanderweg 6:
Der Ostallgäuer Höhenweg

Die Route: Die Allgäuer Alpen sind im Gesamtalpenvergleich eher niedrig – am Großen Krottenkopf erreichen sie ihren höchsten Punkt mit 2.656 Meter. Aber der Ostallgäuer Höhenweg ist dafür geprägt von wunderschönen Wanderungen durch Bergwiesen, vielen Gipfelquerungen und der Gastfreundlichkeit auf den Allgäuer Hütten, die ihresgleichen sucht. Außerdem kann man sich die Königsschlösser ansehen. Das ist vor dem Hintergrund der sehr anstrengenden Tourismusindustrie nur bedingt empfehlenswert. Man kommt an diversen klaren, schönen Badeseen vorbei, und sollte unterwegs unbedingt die Salober Alm besuchen, wo wirklich hervorragend gekocht wird.

Der Augenstein vom Breitenberg aus gesehen (Foto: Stefan Spiegel)

Dauer: Den Höhenweg kann man bequem in 6 Epochen schaffen. Dazu kann man noch einige kurze Abstecher wie zum Augenstein einlegen.

Höhenmeter: Den höchsten Punkt erreicht man an der Hochplatte auf 2.000 Meter, ingesamt überwindet man 13.000 Höhenmeter.

Höhenprofil Ostallgäuer Höhenweg
Das Höhenprofil auf unser Alpenkarte mit 1.001 Alpenbergen

Fernwanderweg 7:
Via Alpina – Roter Weg

Die Route: Die Via Alpina ist der wohl legendärste Fernwanderweg der Alpen der Alpen. Über 161 Etappen durchquert man die Alpen von Ost nach West, quer durch alle 8 Alpenländer, vorbei an den großen Wahrzeichen der Alpen. Vergesst Australien, vergesst die Tagestripps: Wer wirklich etwas erleben, die Alpen verstehen und sein Bewusstsein erweitern möchte, der geht diesen Weg. Die Wanderung beginnt in Slowenien in Triest an der Adria. Vorbei geht es am mächtigen Triglav, dem slowenischen Nationalheiligtum, an den Drei Zinnen vorbei, östlich von Innsbruck hin nach Oberbayern, wo man auf die Zugspitze blickt. Vorbei an Oberstdorf geht es durchs kleine Walsertal am Widderstein vorbei, in einer großen Schleife durch die Schweiz hin zum berühmten Stilfser Joch. Weiter geht es südlich des Piz Bernina, des östlichsten Viertausender der Alpen, einmal quer durch die Schweiz bis nach Chamonix. Dann führt der Weg weiter wieder ins Wallis, und schließlich nach Süden bis man ganz am Ende in Monaco die Füße ins Meer tauchen kann. Was für eine Tour!

Die Dauer: Die Route hat 161 Etappen, mit Muße ist man ein halbes Jahr unterwegs. Wer im April startet, wird im September oder Oktober ankommen.

Die Höhenmeter: Den höchsten Punkt erreicht die Via Alpina an der Riesenfernerhütte mit knapp 2.800 Metern, und insgesamt überwindet man unfassbare 235.600 Höhenmeter.

Via Alpina