E5

Europäischer Fernwanderweg E5

– Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Bozen –

Der Fernwanderweg E5: Der Klassiker der alpinen Fernwanderwege, von dem auch Flachländer träumen. Er wird viel begangen, allein ist man selten – aber er ist eben auch wunderschön. Die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Bozen: Wir erklären euch die Etappen und alles, was ihr wissen müsst.

Der E5 im Überblick

Europa wird von einem Netz aus insgesamt zwölf Fernwanderwegen durchzogen. Einer von ihnen ist der 3200 Kilometer lange E5, der vom westlichsten Festlandpunkt Frankreichs, der Pointe du Raz, über Djon, Konstanz und Bozen bis nach Verona in Italien führt. Wechselnde Landschaften und Vegetationen machen den E5 zu einem wahren Erlebnis. Ein Highlight, aber auch der anspruchsvollste Teil der Route, sind die Etappen von Oberstdorf nach Bozen, die vom Allgäu aus einmal quer durch die Alpen führen und somit viele Höhenunterschiede mit sich bringen.

Europäischer Fernwanderweg E5: Alpen Merano
Die Alpen rund um Meran

Insgesamt überwindest du auf dieser 190 Kilometer langen Strecke durch drei Länder 19.000 Höhenmeter. Höchster Punkt ist mit 2995 Metern das Pitztaler Jöchl.


Den E5 findet ihr auch auf unser Alpenkarte mit 1001 Bergen und Wanderwegen

Die Etappen von Oberstdorf nach Bozen

Durchschnittliche Wanderer sollten 12 Tagesetappen für die Alpenüberquerung zu Fuß einplanen. Schnelle Wanderer können den Weg auch in einer Woche schaffen, dann wird es aber richtig anstrengend. Es ist nicht unüblich, dass es zu plötzlichen Wetterumschwüngen kommen kann. Deshalb können die Tagesetappen eventuell nicht eingehalten werden können.

Die erste Tagesetappe von Oberstdorf zur Kemptner Hütte ist mit einer Wanderzeit von fünf Stunden die kürzeste aller Etappen. Sie ist durch den steilen Anstieg aber trotzdem anstrengend. Am Tag darauf folgt sofort die längste Tagesetappe: Es geht 23 Kilometer von der Kemptner Hütte zur Memminger Hütte. Wer etwas Fußweg einsparen möchte, kann bei dieser Etappe ein Stück mit dem Taxi zurücklegen. Auch bei anderen Etappen lassen sich stellenweise kurze Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitten überwinden. 


Lerne mit unserem Alpentiere Quartett mehr über die alpine Fauna

Hütten 

Der Abschnitt des E5’s ist überwiegend gut markiert. Entlang des Weges befinden sich genügend Berghütten zum Einkehren oder auch kleine Bergdörfer wie Zams oder Zwieselstein. Hier ein Überblick, über die Übernachtungsmöglichkeiten:

Kemptner Hütte

Die Kemptner Hütte, oberhalb des Sperrbachtals, ist mit 290 Betten eine der größten Hütten der Alpen und wird neben dem E5 auch vom Heilbronner Weg gekreuzt. Die Hütte ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober geöffnet. Als DAV-Mitglied kann hier für einen Preis zwischen 11€-16€ pro Nacht übernachtet werden.

Memminger Hütte

Die Memminger Hütte liegt idyllisch umgeben vom Unteren, Mittleren und Oberen Seewisee in den Lechtaler Alpen. Sie ist von Mitte Juni bis Ende September geöffnet und es stehen 25 Zimmerlager, 120 Matratzenlager, sowie Schlafplätze im Winterraum mit 14 Matratzenlagern zur Verfügung. Eine Übernachtung kostet für AV-Mitglieder zwischen 6€-14€. 

Braunschweiger Hütte

Die Braunschweiger Hütte ist auf 2759 Metern Höhe die höchstgelegene Hütte der Route. Die Saison fängt Mitte Juni an und geht bis Ende September. Insgesamt stehen 196 Schlafplätze zur Verfügung, welche für Mitglieder pro Nacht zwischen 13€-17€ kosten. 

Meraner Hütte

Oberhalb des Etschtals und auf einem der letzten Streckenabschnitte bis Bozen, liegt die Meraner Hütte. Mit 70 Schlafplätzen bietet sie Wanderern von Anfang Mai bis Anfang November Unterkunft. Eine Übernachtung kostet ab 15€ pro Nacht. 

Sehenswürdigkeiten 

Der E5 führt durch unglaublich schöne und vielfältige Natur, auf Gipfel, durch grüne Täler oder durch karge Felslandschaften, aber auch vorbei an traditionellen Bergdörfern. Diese Sehenswürdigkeiten und Ausblicke solltest du dir unterwegs keinesfalls entgehen lassen:

Die erste Etappe bietet sofort ein idyllisches Alpenpanorama. Sie führt durch das Trettachtal vorbei an dem glasklaren Christlessee, sowie der Wallfahrtskapelle „Maria am Knie”.

Beeindruckende Gipfel und Wasserfälle

Ab dem zweiten Etappentag folgen nun die beeindruckenden Gipfel. Am Mädelejoch wird die deutsch-österreichische Grenze überquert und es bietet sich einem ein toller Ausblick auf den Kratzer, den Muttlerkopf und den Krottenkopf. Auch die 70 Meter in die Tiefe stürzende Simms-Wasserfälle sind Highlight dieser Etappe, sowie die über 200 Meter lange Hängeseilbrücke im Höhenbachtal

Europäischer Fernwanderweg E5 Zams
Zams

Rund um die Ortschaft Zams kannst du ebenfalls grandiose Ausblicke genießen. Von der Seescharte aus blickst du über das zuvor durchwanderte Zamser Loch und auf die Parseier-Spitze und vom Krahberg aus tut sich dir ein Panorama über die Lechtaler Alpen und die Seescharte, die Ortler-Gruppe und das Pitztal auf.

Europäischer Fernwanderweg E5 Pitztal
Pitztal

Burgen, Schlösser und die schöne Landschaft Tirols

Wer sich gerne alte Burgen und Schlösser anschaut, der sollte einen Abstecher in Zams Nachbarort Landeck machen. Hier stehen Schloss Landeck und die Burgruinen Schrofenstein und Kronburg.

Am Pitztaler Jöchl bist du, auf einer Höhe von 2.995 Metern, am höchsten Punkt der Alpenüberquerung angekommen und kannst den Blick auf die Gletscher der Zentralalpen und auf das Ötztal genießen. Am Grenzpass Timmelsjoch lässt man Österreich hinter sich und beginnt die Wanderung durch das schöne Tirol. Hier durchquert der E5 das Passeiertal, das eine seltene Alpenflora und -fauna beherbergt. Einen besonders schönen Ausblick über das Tal und die Ötztaler Alpen bietet der kleine Ort Glaiten. Einer der längsten Aufstiege muss zur Hirzerspitze überwunden werden. Oben angekommen lohnt sich die Mühe aber allemal. Vom Gipfel der Hirzspitze, einer der wenigen freistehenden Berge der Route, reicht das Panorama von der Geislergruppe, über die Sellagruppe, dem Langkofel, bis hin zum Latemar.  


Zeichnet eure eigenen Routen ein. Auf unser Karte “Alpen gestalten.”

Schwierigkeiten

Die Route ist kein Klettersteig und wird als technisch leicht eingestuft, jedoch solltest du die Wanderung von Oberstdorf nach Bozen nicht unterschätzen. Bei einigen Etappen werden mehr als 1.000 Höhenmeter aufwärts überwunden. Eine gute Kondition ist ein Muss! Zudem solltest du Schwindelfrei und Trittsicher sein. Einige Wege sind schmal und liegen exponiert entlang tiefer Schluchten. Komplizierte Stellen sind aber mit Drahtseilen und Griffen gesichert. Wie gesagt – das Wetter kann in den Alpen schnell wechseln. Deshalb solltest du in der Lage sein, dich trotz plötzlichem Wetterumschwung orientieren zu können. Durch die Höhenunterschiede kommt es unterwegs zu großen Schwankungen der Temperatur. Unterschiede von 0 Grad bis 30 Grad sind normal. Zu empfehlen ist die Wanderung von Ende Juni bis Anfang September. Selbst zu dieser Zeit gibt es jedoch in hohen Lagen noch nicht abgetaute Schneefelder, die sich für guten Grip am besten mit Wanderstöcken überqueren lassen. 

Wie bereite ich mich auf die Alpenüberquerung vor?

Bevor du die Alpenüberquerung antrittst, solltest du dich adäquat vorbereiten. Zunächst solltest du dir im Klaren über die Anforderungen und Schwierigkeiten sein, die die Wanderung stellt.

Körperliche Anforderungen

Für erfahrene Höhenwanderer sollte die Route ohne zusätzliche Vorbereitung zu meistern sein. Ist man jedoch noch nie eine Route von solcher Länge gewandert, ist ein Ausdauertraining vorab, zum Beispiel in Form von joggen, keinesfalls verkehrt. Außerdem muss bedacht werden, dass das Gepäck mit sich getragen wird, weshalb ein fitter Rücken und Schultern ebenfalls essentiell sind. Es bietet sich auch an vorher 1-2 Hüttentouren mit ähnlichen Anforderungen einer Tagesetappe zu wandern, um sein eigenes Fitness Niveau einschätzen zu können. Abhängig davon lassen sich dann die Tagesetappen realistisch einschätzen und planen. 

Professionelle Ausrüstung

Selbstverständlich ist auch eine gute und professionelle Ausrüstung von enormer Wichtigkeit. Besonders dein Schuhwerk sollte bequem und qualitativ für eine alpine Wanderung geeignet sein und auch Wanderstöcke helfen für Trittsicherheit und Stabilität. Kleidungstechnisch gilt es hier durch die Temperaturunterschiede auf das Zwiebel-System zurückzugreifen. Am besten hast du für jede Wetterlage ein geeignetes Kleidungsstück und Wechselkleidungsstück dabei. Nimm beim Packen wirklich nur das nötigste mit. Bergschulen und Alpenvereine empfehlen ein maximal Gewicht des Rucksacks von 8-10 Kilogramm. Probepacken kann hier durchaus hilfreich sein! Welches Equipment du bei einer Fernwanderung definitiv benötigst, haben wir für dich hier zusammengestellt.

Reiseberichte und Wanderführer

Auch immer zu empfehlen ist es, sich Reiseführer mit detaillierter Information zu den einzelnen Etappen oder Erfahrungsberichte durchzulesen, um eine gute Vorstellung von der Route und den Anforderungen zu bekommen. Wir haben für dich einige Empfehlungen zusammengestellt:

Fernwanderweg E5 – Rother Wanderführer

Ein kleiner, handlicher Reiseführer mit allen Informationen, die du brauchst. Er beschreibt sehr präzise die Örtlichkeiten und Wege, inklusive Karten zu allen Etappen.

Alpenüberquerung mit Kindern – Heike Wolter

Hierbei handelt es sich um keinen klassischen Reiseführer, sondern um einen Erfahrungsbericht mit vielen Tipps und Empfehlungen, für jeden der eine Alpenüberquerung mit Kindern und der Familie plant.

Todaywetravel

Dieser Blog bietet einen persönlichen Erfahrungsbericht zur E5 Wanderung und beantwortet viele häufigen Fragen, die man sich vorab stellt.

Fernsuchtblog

Auch dieser Blog bietet Informationen zur Vorbereitung und Insidertipps für die Alpenüberquerung.

all-In.de

Wer nach einem ersten Überblick über die Etappen sucht, findet hier kurz und knapp die wichtigsten Informationen.