Rezension: Traumhafte Häuser in den Alpen

Die stylische, aber ursprüngliche Alpenhütte mit Blick auf die faszinierendste Berglandschaft – ein Traum für viele. Callwey hat sich vorgenommen, diesen Traum in ein Buch zu verwandeln, und „Traumhafte Häuser in den Alpen“ aufgelegt. Entstanden ist ein Werk voller beeindruckender Einblicke, mit unzähligen Informationen, das nicht nur Neubauten sondern auch umgebaute Häuser porträtiert. Hier kommt unsere Rezension.

(Disclaimer: Die Landkarten im Buch kommen von Marmota Maps).

Traumhafte Häuser der Alpen – aus dem Callwey Verlag

DAS BUCH

Dieses Buch lässt nichts offen. 30 Einfamilienhäuser werden vorgestellt, mit vielen und akribisch aufgearbeiteten Details. Es gibt Informationen zum Bau, den Bauplänen, der Geschichte und Intention des Umbaus und natürlich viele, viele Fotos. Zu Beginn liefert das Buch einen Überblick über Dimensionen historischen Wohnens und zum Ende eine Karte, auf der alle Häuser verzeichnet sind. Schade ist lediglich, dass die Häuser nicht auf einer Karte der Alpen zu sehen sind – das wäre aber unser einziger kleiner Kritikpunkt.

  • Die Gestaltung des Buches - klar, übersichtlich, schöne Fotos.

DIE HÄUSER

Sehr sinnvoll erscheint uns die vorgenommene Trennung von Umbauten bestehender Häuser und der Errichtung von neuen Häusern. Insbesondere das Kapitel „Bauen im Bestand“ ist teilweise spektakulär. Umbauten wie das äußerst schmale Haus in Hallstadt auf einem engen, steilen Seegrundstück, zeigen das ganze Potential von kreativen Architekten auf. Der unterirdische Betonanbau beim Haus in Felderdorf beweist eindrucksvoll, dass man hypermodern und traditionell verbinden kann. Auch die Erweiterung des Maison Reynard/Rossi-Undry schafft das und sieht einfach – pardon – supergeil aus.

  • Das Haus Dr. R. & Dr. P. in Hallstatt

Nicht alle der vorgestellten neu erbauten Häuser sind derartig spektakulär, aber auch unter diesen gibt es richtige Schmuckstücke, die sehr inspirierend sind. Beispiel:das „CRN House“ im Wallis: Es wirkt von außen modern, trotzdem zur Landschaft passend, und bietet innen ganz viel Raum, Luftigkeitund wunderschöne Ausblicke. Der Leiterhof auf der Postalm wirkt durch seine spielerische Fenstersetzung wie ein Jungbrunnen. Und wer würde nicht gern auf so einer Terrasse wie beim Haus °F fläzen. 

Schade ist, dass viele Häuser direkt nach dem Bau fotografiert wurden – ohne Interieur wirken sie teilweise recht kalt, und auch ein hingestellter Eames-Chair hilft da nicht. Spannend wäre es, jetzt zu schauen, wie die Besitzer die Häuser eingerichtet haben, so dass sie richtig heimelig wirken.


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DER AUTOR

Andreas K. Vetter ist ein profilierter Buchautor – seit Jahren porträtiert er besondere Häuser und Wohnideen. Dass er sich jetzt in die Alpen gewagt hat, ist vor dem Hintergrund der Herausforderungen und Motive dieser Region nur logisch.

DIE ZIELGRUPPE

Alle, die ordentlich Geld auf dem Konto haben. 😉 Ernsthaft: Um sich so ein Haus leisten zu können, muss man schon viel investieren. In erster Linie ist dies ein Buch für Architekten, Alpenbewohner und Designbegeisterte. Aber Ideen für schöne Räume, Blicke und das Gefühl für Raum sind eigentlich für jeden interessant.

DIE FOTOS

Die Fotos im Buch sind klar, detailreich und bilden die Häuser gut ab. Zu jedem Haus gibt es Außenansichten, Porträts der wichtigsten Räume und – sehr lobenswert – auch die wichtigsten Ausblicke. Denn ein Haus kann man nur verstehen, wenn man aus ihm herausschaut. Das liefern die Bilder, die klar und deutlich sind. Schade ist, dass das Titelfoto das schlechteste Foto des ganzen Buchs ist – weder sieht man einen spannenden Raum, noch ist die Bergwelt so beeindruckend. Die Bildqualität ist außerdem schlecht, der Ausblick ist überbelichtet.Da hätte es im Buch deutlich bessere Beispiele gegeben, wie zum Beispiel den Ausblick aus dem Haus °F. Hoffen wir, dass nicht zu viele Menschen vom Titelbild abgeschreckt werden.

Die Überblicksseiten sind ein gutes Beispiel für die gelungene Fotogestaltung des Buches.

DIE TEXTE

Die Texte liefern oft wertvolle und erhellende Einordnungen. Ein Beispiel: Die Villa R. in Wolkenstein wirkt deshalb so schwerelos, weil es keinen Zaun ums Grundstück gibt – eine Gepflogenheit, die in den Dolomiten wohl normal ist, die Landschaft aber unglaublich aufwertet. Die Texte sind außerdem klar, deutlich und verständlich geschrieben.


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DIE GESTALTUNG

Das Buch ist klar gestaltet, weder Text noch Bilder sind überfrachtet, die Gliederung ist sinnvoll, die einzelnen werden Häuser liebevoll porträtiert, der Einband mit den Karten gibt einen schönen Überblick, die Größe und das Papier wirken wertig und lassen ganzseitigen Fotos den Raum, den sie brauchen.

DAS FAZIT

„Traumhafte Häuser in den Alpen“ ist ein sehenswertes Buch über außergewöhnliche architektonische Bauten und Umbauten in den Alpen geworden. Es liefert neue Einblicke, Ideen und weckt die Sehnsucht nach den Bergen!