Skibindung einstellen

Eine gute Skibindung, d.h. dort wo der Schuh mit dem Ski verbunden wird, ist beim Skifahren enorm wichtig für den Schutz deiner Knochen, besonders im Falle eines Sturzes. Damit deine Bindung richtig funktioniert und du weder beim Fahren mit deinem Skischuh rausfällst, oder sie im schlimmsten Fall nach einem Unfall nicht öffnet, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Welche das sind und wie du die Bindung richtig einstellst erklärt uns Steffen Heycke von Craftski & Boards.

1. Sohlenlänge einstellen

Das erste worauf du achten solltest, ist dass die Skibindung auf deine Schuhgröße bzw. die sogenannte Sohlenlänge richtig eingestellt ist, damit dein Skistiefel genau in die Bindung passt und nicht verrutscht. Wichtig ist auch, dass der Schuh mit der richtigen Kraft angedrückt wird. Das Alles wird an der Bindung vorne und hinten an den Vorderbacken und am sogenannten Fersenautomaten eingestellt. Auf den Skistiefeln ist in der Regel an den Fersen die Solenlänge vermerkt.

Die Sohlenlänge auf einem Stiefel

Je nach Bindungssystem kann dies auf verschiedene Weisen eingestellt werden. Bei einfachen Varianten, können die Automaten für Ferse und Fußspitze komplett abmontiert werden, um die Bindung anhand einer Skalierung auf die richtige Länge zu stellen. 


Die Alpen – 609 Skigebiete – 1 Karte

Mit über 600 Skigebieten in 7 Alpenländern (≥ 5 Pistenkilometer).

2. Anpressdruck einstellen

Um den richtigen Anpressdruck einzustellen setze ich den Skistiefel ein.  Die meisten Bindungssysteme besitzen einen Indikator, der dir zeigt, ob der Anpressdruck auf den Stiefel stimmt. Verändern lässt sich der Druck durch eine Schraube, die sich beispielsweise am Fersenautomaten oder bei anderen Bindungssystemen in einem seitlichen Sichtfenster befindet. Die Schraube richtest du so ein, dass sie genau auf Flucht sitzt. Es gibt auch Hersteller, bei denen die Sohlenlänge durch die Automaten so fein und exakt eingestellt werden kann, dass der Anpressdruck nicht mehr mit einer Schraube eingestellt werden muss.

3. Z-Wert ermitteln und einstellen

Somit stimmt schon einmal der Anpressdruck, also die Kraft mit der die Sohle auf der Bindung gehalten wird. Nun muss der Z-Wert, die Kraft mit denen die Bindung belastet werden kann, um gezielt zu lösen, eingestellt werden. Das Ganze funktioniert mit Hilfe einer Schraube, welche oberhalb der Einstellschraube für den Anpressdruck liegt. 

Um dies zu tun wird eine Iso-Tabelle benötigt, welche den Z-Wert in Abhängigkeit zu Sohlenlänge, Körperlänge und Körpergewicht angibt. Besonders von Bedeutung ist die Sohlenlänge, da diese der Hebel ist, mit dem der Ski auf deinen Knochen einwirkt.

Z-Wert Tabelle

Für Kinder:

In der Tabelle ist die Sohlenlänge in verschiedenen Bereichen angegeben und geht bis 250 mm, d.h. bis zu Kinderschuhgröße. Die Z-Werte für die Bindungen von Kinderschuhen sollten jedoch nicht aus einer Tabelle abgelesen werden, sondern müssen von einem Fachmann mit einer Maschine eingestellt werden. 


Mit unserer Alpen Gestalten Karte deine Lieblingsorte einzeichnen


Für Erwachsene:

Für Erwachsene kann allerdings die Tabelle verwendet werden. Dafür gehst du in der Zeile der passenden Sohlenlänge horizontal zu deinem passenden Gewicht runter und kannst so den Norm Z-Wert ablesen. Ist dein Körpergewicht viel geringer, wird in der damüberliegenden Zeile der etwas niedrigere Wert abgelesen. Für sportliche Fahrer wird eine Zeile nach unten gegangen und für sehr sportliche sogar zwei Zeilen. Für Fahrer über 50 Jahren wird wieder eine Zeile nach oben gegangen, da die Knochen im Alter instabiler werden. Den ermittelten Wert stellst du vorne und hinten an der Bindung ein. 

Kritisch wird es, wenn du an die Grenze des Einstellbereichs kommst. Erscheint der Wert im Indikatorfenster rot markiert, sollte man diesen nicht einstellen.

Probleme:

Nachdem die Bindung und der Z-Wert mit Hilfe der Tabelle korrekt eingestellt wurden, sollte theoretisch alles stimmen. Dies kann jedoch ein Trugschluss sein, denn es kommt durchaus z.B. durch Alterung zu Abweichungen von dem eingestellten Wert und dem Wert, den die Bindung tatsächlich hat. Deshalb empfiehlt es sich in einem Fachgeschäft bei der Bindung überprüfen zu lassen, ob der Wert den du eingestellt hast auch tatsächlich korrekt ist, um Knochenschäden zu vermeiden.