Skitouren – wie gehe ich richtig

Das Skitourengehen, das manchmal auch als Skibergsteigen oder Skialpinismus bezeichnet wird, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Der Reiz liegt in den abwechslungsreichen Anforderungen sowie in der Natürlichkeit und Naturnähe, die bei einem Bergaufstieg und einer Abfahrt fern ab der Piste erlebt werden. Worauf du bei einer Skitour achten musst und wie der typische Ablauf aussieht, erklären wir dir hier. 

So läuft eine Skitour ab

Als erstes ist es besonders wichtig sich bewusst zu seien, dass man, egal ob bei einer Skitour, einer Skilanglaufrunde oder einer Schneeschuhwanderung, der Natur deutlich näher ist und man respektvoll und bewusst mit ihr umgehen muss. Tiere dürfen nicht in ihren wichtigen Rückzugsräumen gestört werden. Deshalb gilt es bei der Tourenwahl zu berücksichtigen, dass Ruhezonen gemieden und Ruhezeiten eingehalten werden. Zudem sollte es selbstverständlich sein, keinen Müll zu hinterlassen. 


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Wer unerfahren im Bereich Skitourengehen ist, aber sich ausprobieren will, dem empfiehlt es sich zunächst nahe der Piste mit jemand Erfahrenen die Aufstiegstechniken zu üben, bevor in rougherem Gelände gefahren wird. Ein gewisse Level an Skierfahrung solltest du außerdem mitbringen. 

1. Auffellen

Um den Aufstieg im Schnee bewältigen zu können, kleben Skitourengeher*innen sogenannte Felle aus Mohair oder Kunstfasern auf die Lauffläche ihrer Tourenski. Diese geben Halt, indem sie verhindern, dass die Skier nach hinten abrutschen. Besonders Felle aus Mohair eignen sich gut, da sie kaum Feuchtigkeit aufnehmen und wunderbar über den Schnee gleiten. Es gibt verschiedene Techniken wie die Felle am Ski befestigt werden können. Spannklebefelle werden wie der Name schon sagt mit einem speziellen Kleber angebracht, Adhäsionsfelle hingegen funktionieren ohne Kleber. Klebefelle dürfen nur auf dem trockenen, sauberen Ski abgebracht werden, auch während der Tour. Adhäsionsfälle sind hier etwas unempfindlicher und einfacher zu befestigen.

Skitouren auffellen

Wenn die Skifelle an besonders eisigen oder steilen Stellen nicht genug Griff haben können Beschläge aus leichtem Metall, sogenannte  Harscheisen unter der Bindung installiert werden. Deren Spitzen drückt sich bei jedem Schritt in den Firn und verhindert so das Abrutschen.

2. Aufstieg

Auf Tourenski sind spezielle Bindungen installiert, die das Gehen ähnlich wie beim Skilanglauf möglich machen. Auch die Schuhe sind dank eines sogenannten Gehmodus beweglicher als normale Skischuhe.

Ab einem gewissen Steilheitsgrad, sollte die Steighilfe an der Bindung angepasst werden, damit eine gleichmäßige Belastung auf der Fußsole liegt und die Standposition weiterhin mittig über dem Ski ist. Zudem wird bei extremer Steilheit in der charakteristischen Spitzkehrentechnik aufgestiegen, wie man sie von Passstraßen kennt.

3. Abfellen / Skidepot

Das Ziel eines Aufstiegs ist oftmals ein Kar oder eine Scharte. Hier wird das Fell wieder entfernt und die Ski für die Abfahrt durch hoffentlich unberührten Tiefschnee vorbereitet. Die Felle sollten sauber und trocken zusammengelegt werden und so warm es geht verstaut werden, damit sie ihre Haftung nicht verlieren. 

Skitouren abfellen skidepot

Ist das Ziel ein Gipfel, der sich nicht per Ski erreichen lässt, errichtet man an einer sicheren Stelle ein sogenanntes Skidepot und steigt ohne Ski zum felsigen Gipfel des Berges auf.


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4. Gipfelbesteigung

Mit Steigeisen an den Schuhen und Eispickel in der Hand lassen sich auch im Winter ausgesetzte Gipfel erreichen. Je nach Gipfel und Bedingungen kann auch die Sicherung per Kletterseil angebracht sein. Die Ski bleiben entweder im Skidepot oder werden im Falle einer Gipfelüberschreitung am Rucksack befestigt.

Skitouren Gipfelbesteigung

5. Abfahrt

Mit den Fellen im Rucksack und fest fixierten Skischuhen in der Tourenbindung kommt nun der Teil, weswegen viele überhaupt die Aufstiegsstrapazen auf sich nehmen: die Abfahrt ins Tal durch unberührten Schnee.

Skitouren abfahrt

Lawinensicherheit

Ganz wichtig beim Skitouren gehen ist, dass die Sicherheit immer an oberster Stelle stehen sollte. Hierfür ist eine gute Planung und verantwortungsvolles Verhalten essentiell. Nicht nur die Route muss vorsichtig gewählt sein, sonder auch die Umweltbedingungen, wie Wetter oder die Lawinengefahr müssen mit einbezogen werden. Zur besseren Einschätzung des Risikos sind die täglichen Lawinenlageberichte der regionalen Lawinenwarndienste dringend zu empfehlen. Bei der Beurteilung der Schwierigkeit einer Skiroute helfen neben Streckenlänge und den zu bewältigenden Höhenmetern die Angaben zum Schwierigkeitsgrad in den Skitourenführern. Gutes Equipment und Lawinenausrüstung ist für die Sicherheit bei einer Skitour ebenfalls unverzichtbar. 

LVS-Check

Ein Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS-Gerät) sollte zu jeder Zeit bei sich getragen werden, damit man im Falle einer Lawine geortet und gerettet werden kann. Vor dem Start jeder Tour muss die Funktionsfähigkeit der LVS-Geräte geprüft werden. Dazu schaltet jedes Gruppenmitglied das eigene Gerät auf „Senden“ und geht an einer Person vorbei, die ihr Gerät zum Testen auf „Empfangen“ gestellt hat.

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Weitere Infos zum Lawinenequipment findet ihr hier in unserem Blogpost dazu.

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